Sebastian

Marshall Plan Scholarship

  • MSc IT-Security
  • Berkeley, USA
  • Praktikum
  • University of California, Berkeley
  • Sommersemester 2025/2026
Eine Person mit Sonnenbrille, weißer Mütze und blauer Jacke steht an einem sonnigen Tag lächelnd vor dem dekorativen Sather Gate der UC Berkeley. Im Hintergrund sind Bäume und ein paar Menschen zu sehen.
Wie haben Sie Ihre Praktikumsstelle gefunden? Wie haben Sie sich dafür beworben? Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?

Ich habe meine Stelle über meine Masterarbeit und mein eigenes Forschungsinteresse im Bereich AI Security gefunden. Durch die Zusammenarbeit mit UC Berkeley/CLTC/AISI und den Kontakt zu meiner Betreuerin konnte ich den Forschungsaufenthalt organisieren. Beworben habe ich mich mit meinem Forschungsvorhaben, meinem akademischen Hintergrund und den notwendigen Unterlagen für den Aufenthalt. Vorbereitet habe ich mich vor allem durch frühe Organisation von Visum, Unterkunft, Versicherung, Reiseplanung und administrativen Dokumenten der Gastinstitution.

Zukünftigen Praktikantinnen würde ich empfehlen, sehr früh mit der Planung zu beginnen, aktiv nach Kontakten zu suchen und jede Gelegenheit vor Ort mitzunehmen. Informationen habe ich über die Website der Gastinstitution, direkte E-Mails mit den Ansprechpartnerinnen, Gespräche mit Betreuer*innen sowie über eigene Recherche zu Berkeley, CLTC/AISI und den organisatorischen Abläufen erhalten.

Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Vor dem Austausch habe ich vor allem die organisatorischen Grundlagen frühzeitig geklärt. Dazu gehörten die Beantragung des passenden Visums für den Forschungsaufenthalt, die Kommunikation mit der Gastinstitution bezüglich der erforderlichen Unterlagen sowie die Abstimmung administrativer Schritte wie Einladung, Registrierung und Zugangsdaten. Außerdem habe ich mich um eine geeignete Auslandskrankenversicherung bzw. Reiseversicherung gekümmert und geprüft, welche Nachweise dafür benötigt werden.

Die Unterkunft habe ich selbst organisiert und mich für ein Airbnb in einer WG-ähnlichen Wohnsituation entschieden. Das war rückblickend sehr sinnvoll, da ich dadurch schnell neue Leute kennengelernt habe. Zusätzlich habe ich Flüge, Anreise, Finanzierung, erste Orientierung vor Ort, öffentliche Verkehrsmittel und grundlegende Alltagsfragen wie SIM-Karte, Bankkarte und Lebenshaltungskosten vorbereitet.

Um welche Art von finanziellen Vorkehrungen mussten Sie sich kümmern?

Ich musste keine besonderen finanziellen Vorkehrungen über eine externe Finanzierung hinaus treffen, da ich den Aufenthalt grundsätzlich selbst finanziert habe. Durch das Marshall Plan Scholarship wurde ein Teil der Kosten abgedeckt, wodurch die finanzielle Belastung reduziert wurde. Trotzdem war es wichtig, vorab genügend Rücklagen einzuplanen, da insbesondere Unterkunft, Kautionen, Flugkosten, Versicherung und laufende Ausgaben in den USA sehr hoch sein können.

Die Lebenshaltungskosten in Berkeley bzw. der Bay Area waren insgesamt deutlich höher als in Österreich. Für meine Unterkunft in einem Airbnb bzw. einer WG-ähnlichen Wohnsituation habe ich rund 2.000 US-Dollar pro Monat bezahlt. Zusätzlich kamen ungefähr 700 bis 1.000 US-Dollar pro Monat für Lebensmittel, öffentliche Verkehrsmittel, Freizeit, Cafés, Mobilfunk und sonstige Alltagskosten dazu. Insgesamt sollte man daher realistisch mit etwa 2.700 bis 3.000 US-Dollar monatlich rechnen.

Wie wurden Sie von der Firma begrüßt, eingeschult und willkommen geheißen?

Von der Forschungsgruppe selbst gab es keine formelle Willkommensveranstaltung. Ich wurde von einer Kollegin aus dem Team begrüßt, die mir das Büro, Teile des Campus und mögliche Arbeitsplätze gezeigt hat. Dadurch wusste ich direkt, wo ich arbeiten kann und wie ich mich vor Ort orientiere. Einige Tage später hat mich die Leiterin der Forschungsgruppe außerdem auf einen Kaffee eingeladen, um mich persönlich kennenzulernen und den Austausch zu vertiefen.

Zusätzlich gab es vom International Office der Universität Angebote für Neuankömmlinge, darunter Campus-Touren und Networking-Veranstaltungen. Diese waren hilfreich, um die Universität besser kennenzulernen und erste Kontakte zu knüpfen.

Bitte beschreiben Sie Ihre Unterkunft 

Ich habe meine Unterkunft über Airbnb gefunden. Es handelte sich um ein WG-ähnliches Haus, in dem ich ein eigenes Zimmer mit Schreibtisch hatte. Das Badezimmer wurde mit drei weiteren Zimmern geteilt, die Küche wurde gemeinsam vom ganzen Haus genutzt. Die Ausstattung war einfach, aber für einen Forschungsaufenthalt vollkommen ausreichend, da ich einen ruhigen Arbeitsplatz im Zimmer hatte und zusätzlich auch am Campus, in Bibliotheken oder Cafés arbeiten konnte.

Die Lage war sehr gut: Die Unterkunft war etwa 10 Minuten zu Fuß vom UC Berkeley Campus entfernt. Auch wichtige Orte des Alltags wie die BART-Station, Whole Foods und Target waren gut erreichbar. Der Preis lag bei rund 2.000 US-Dollar pro Monat, was sehr hoch ist, aber für Berkeley bzw. die Bay Area leider realistisch ist. Rückblickend war die Unterkunft besonders hilfreich, weil man durch das geteilte Wohnen schnell neue Leute kennengelernt hat.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Ich habe die USA, insbesondere Kalifornien und die Bay Area, als sehr offen, international und vielfältig erlebt. Berkeley selbst ist stark von der Universität geprägt: Man trifft viele Studierende, Forschende und internationale Gäste, wodurch eine sehr inspirierende und offene Atmosphäre entsteht. Gleichzeitig ist vieles anders als in Österreich, zum Beispiel Supermärkte, Mobilität, Preise und der Alltag generell. Gerade diese Unterschiede waren aber sehr spannend und haben den Aufenthalt besonders gemacht.

In meiner Freizeit habe ich versucht, möglichst viel Neues auszuprobieren: neue Cafés, Museen, Spaziergänge durch Berkeley und Ausflüge nach San Francisco. Auch die Nähe zu Natur, Küste und großen Städten ist ein großer Vorteil. Insgesamt war die Kultur sehr offen, neugierig und kontaktfreudig, gleichzeitig aber auch deutlich teurer und teilweise hektisch.

Wie würden Sie das Praktikum beschreiben?

Der Aufenthalt war inhaltlich stark auf meine Masterarbeit ausgerichtet. Ich habe mich mit dem Thema AI Security beschäftigt. Konkret ging es darum, wie KI-generierter Code automatisiert auf Sicherheitsrisiken geprüft werden kann und wie daraus auditierbare Reports entstehen können. Die Infrastruktur an der UC Berkeley war sehr gut. Ich konnte im Büro der Forschungsgruppe, am Campus, in Bibliotheken, Cafés oder auch von meiner Unterkunft aus arbeiten. Diese Flexibilität war für meine Forschung sehr hilfreich. Die Unterstützung war eher eigenständig organisiert, aber grundsätzlich gut: Ich hatte Ansprechpersonen in der Forschungsgruppe, wurde zu relevanten Talks, Panels und Lunch-and-Learn-Formaten eingeladen und konnte dadurch wertvolle fachliche Impulse mitnehmen. Besonders positiv war die große akademische Freiheit, wodurch ich mein Forschungsvorhaben sehr selbstständig weiterentwickeln konnte.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Während meines Auslandsaufenthalts habe ich vor allem meine Selbstständigkeit, Anpassungsfähigkeit und Problemlösungskompetenz weiterentwickelt. Da ich in einem neuen Land ohne vertrautes Umfeld war, musste ich viele organisatorische und alltägliche Herausforderungen eigenständig lösen. Dadurch bin ich deutlich sicherer und flexibler geworden. Sprachlich konnte ich mein Englisch im akademischen und alltäglichen Kontext verbessern, insbesondere durch Gespräche mit Forschenden, Networking-Events und Präsentationen. Fachlich habe ich gelernt, noch eigenständiger wissenschaftlich zu arbeiten, meine Masterarbeit klarer zu strukturieren und Forschungsergebnisse professionell einzuordnen. Sozial habe ich gelernt, aktiver auf neue Menschen zuzugehen und Kontakte in einem internationalen Umfeld aufzubauen. Insgesamt hat mich der Aufenthalt persönlich und beruflich stark wachsen lassen.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen während Ihres Auslandsaufenthaltes verändert?

Während meines Auslandsaufenthalts habe ich noch stärker gemerkt, wie wichtig Offenheit, Eigeninitiative und Anpassungsfähigkeit sind. In einer neuen Kultur ist vieles ungewohnt, und man muss lernen, Unsicherheit nicht als Problem, sondern als Teil der Erfahrung zu sehen. Dadurch bin ich selbstständiger und mutiger geworden.

Auch mein Blick auf Forschung und Karriere hat sich verändert. Der Aufenthalt an einer international renommierten Universität hat mir gezeigt, wie wertvoll internationale Netzwerke, interdisziplinärer Austausch und akademische Neugier sind. Ich nehme daraus mit, mich beruflich noch stärker international auszurichten und Chancen aktiver zu nutzen. Gleichzeitig schätze ich mein gewohntes Umfeld in Österreich mehr, weil man durch den Abstand auch erkennt, was zu Hause gut funktioniert. Insgesamt hat der Aufenthalt meine Motivation gestärkt, mich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes? 

Die größte Herausforderung war rückblickend die Anfangszeit vor Ort. Gerade in den ersten Tagen war ich ganz auf mich allein gestellt, kannte noch niemanden und musste mich in einem komplett neuen Umfeld zurechtfinden. Viele Dinge, die zu Hause selbstverständlich sind, waren plötzlich neu: Orientierung am Campus, Einkaufen, öffentliche Verkehrsmittel, Alltagsorganisation und soziale Kontakte aufbauen. Gleichzeitig war genau diese Phase auch sehr wertvoll, weil ich dadurch schnell selbstständiger und sicherer geworden bin. Nach den ersten Tagen und Wochen wurde vieles einfacher, vor allem durch neue Kontakte, die Unterkunft in einer WG-ähnlichen Situation und Veranstaltungen der Universität.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Meine positivste Erfahrung war, so viele neue Menschen kennenzulernen und gleichzeitig so viele neue Orte zu entdecken. Besonders wertvoll war für mich, dass ich durch die Universität, Veranstaltungen, meine Unterkunft und gemeinsame Aktivitäten immer wieder mit internationalen Studierenden, Forschenden und anderen Short-Term-Stays in Kontakt gekommen bin. Dadurch habe ich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich viel mitgenommen. Gleichzeitig war es sehr bereichernd, Berkeley, San Francisco und die Bay Area zu erkunden, neue Cafés, Museen, Stadtviertel und Alltagsorte kennenzulernen. Die Kombination aus neuen Kontakten und neuen Eindrücken hat den Aufenthalt besonders gemacht und wird mir langfristig sehr positiv in Erinnerung bleiben.