Niklas

  • MSc Industrial Engineering and Business
  • Monterrey, Mexiko
  • Auslandssemester
  • Monterrey Institute of Technology and Higher Education
  • Sommersemester 2025/2026
Drei kleine Fischerboote liegen an einem Sandstrand, neben dem eine Palme steht. Unter einem blauen Himmel mit einigen Wolken rollen die Meereswellen heran.
Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?

Im Großen und Ganzen habe ich lediglich alle Schritte durchgeführt, die im Mobility-Online-Programm aufgelistet waren. Das Programm ist sehr übersichtlich gestaltet und beschreibt verständlich, welche Aufgaben zu erledigen sind. Bei einigen Fragen habe ich mich ein bis zweimal an das International Office gewandt, wo mir schnell weitergeholfen wurde.

Ich empfehle zukünftigen Studierenden, alle erforderlichen Schritte rechtzeitig zu erledigen, um einen reibungslosen Ablauf des Bewerbungsprozesses sicherzustellen.

Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?

Etwas mehr Zeit und Aufwand hat die Wohnungssuche in Anspruch genommen. Die Universität hat zwar Plätze in Studierendenwohnheimen angeboten, weshalb ich mich dort zunächst angemeldet habe. Leider habe ich nie eine Rückmeldung erhalten, sodass ich mich selbst nach einer Wohnung beziehungsweise einer WG umsehen musste.
Zum Glück waren noch zwei weitere Studierende von der FH während desselben Zeitraums in Mexiko. Gemeinsam konnten wir schließlich eine Wohnung mieten, was die Suche deutlich erleichtert hat. Trotzdem war es nicht einfach, von der anderen Seite der Welt aus eine Unterkunft zu organisieren. Deshalb würde ich zukünftigen Austauschstudierenden empfehlen, sich möglichst früh um eine Unterkunft zu kümmern und nicht darauf zu warten, dass sich alles von selbst ergibt.
Ein Visum war für meinen Aufenthalt in Mexiko nicht notwendig. Ich musste mich lediglich um die empfohlenen Impfungen kümmern.

Wie wurden Sie von der Gastinstitution begrüßt?

In der ersten Woche wurden verschiedene Aktivitäten für die internationalen Studierenden organisiert, darunter Kennenlerntreffen, Campustouren, Tagesausflüge sowie informative Vorträge zu den wichtigsten organisatorischen Themen. Dabei wurde darauf geachtet, alle relevanten Informationen verständlich und übersichtlich zu vermitteln. Bei Fragen gab es jederzeit Ansprechpersonen, an die man sich wenden konnte.

Zusätzlich gab es lokale Studierende, die jeweils für kleinere Gruppen von internationalen Studierenden zuständig waren. Sie dienten als direkte Anlaufstelle bei Fragen oder Problemen und unterstützten uns auch während des gesamten Semesters. Dadurch fiel es leichter, sich am neuen Studienort einzuleben und schnell Anschluss zu finden.

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft.

Wir haben zu dritt in einer WG innerhalb einer Gated Community in unmittelbarer Nähe zum Campus gewohnt. Die Entfernung zur Universität betrug nur etwa fünf Minuten zu Fuß, was im Alltag sehr praktisch war. In dieser Wohnanlage haben hauptsächlich Studierende gewohnt, was uns besonders gut gefallen hat, da wir dadurch schnell andere Leute kennenlernen und Freundschaften schließen konnten.
Die Miete lag bei ungefähr 600 € pro Person im Monat. Im Vergleich zu anderen internationalen Studierenden stellte sich heraus, dass dies ungefähr dem Durchschnitt für eine Unterkunft in dieser Lage entsprach. Die Ausstattung der Wohnung war vollkommen ausreichend und hat unseren Bedürfnissen entsprochen. Die Wohnung verfügte über eine Klimaanlage, drei Badezimmer inklusive Toiletten, eine voll ausgestattete Küche sowie eine Waschmaschine.

Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?

Ich hatte bereits ungefähr zwei Jahre vor meinem Auslandsaufenthalt gearbeitet und mir dadurch einiges angespart. Zusätzlich habe ich eine Förderung von der FH erhalten, die natürlich eine große Unterstützung war und die finanzielle Planung erleichtert hat.
Die tatsächlichen Lebenshaltungskosten hängen meiner Erfahrung nach stark vom persönlichen Lebensstil ab. Wer viel selbst kocht und weniger häufig auswärts essen geht, kann in Mexiko durchaus günstiger leben als beispielsweise in Wien. Besonders die alltäglichen Ausgaben für Lebensmittel können relativ niedrig gehalten werden, wenn man bewusst einkauft und kocht.
Die Kosten für Strom, Wasser, Gas und Internet waren ebenfalls überschaubar und beliefen sich auf weniger als 100 € pro Person und Monat. Insgesamt würde ich sagen, dass die Ausgaben gut planbar sind und stark davon abhängen, welchen Standard man während des Aufenthalts haben möchte und wie viel man reist oder unternimmt.

Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?

Mexiko ist ein sehr vielfältiges Land mit einer offenen und lebendigen Kultur. Während meines Aufenthalts in Monterrey konnte ich den Alltag vor Ort kennenlernen und viele neue Eindrücke sammeln. Besonders positiv aufgefallen sind mir die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen sowie die entspannte Lebensweise, die sich teilweise deutlich von Österreich unterscheidet.
Neben meinem Aufenthalt in Monterrey hatte ich auch die Möglichkeit, verschiedene Teile des Landes zu bereisen, unter anderem Mexiko-Stadt, Puerto Escondido und die Region Yucatán. Dadurch konnte ich unterschiedliche Landschaften, Städte und kulturelle Besonderheiten kennenlernen. Besonders beeindruckend war die Vielfalt des Landes, von großen modernen Städten über Strände bis hin zu historischen Orten. Auch die Freizeitmöglichkeiten während des Aufenthalts waren sehr vielfältig. Durch die vielen internationalen und lokalen Studierenden gab es immer die Möglichkeit, gemeinsam etwas zu unternehmen.

Wie würden Sie das Studium beschreiben?

Das Studium am Tecnológico de Monterrey im Bereich Internationales Wirtschaftsingenieurwesen und Business würde ich als sehr praxisorientiert und gut organisiert beschreiben. Die Kurse waren inhaltlich interessant aufgebaut und unterschieden sich teilweise von der Herangehensweise, die ich aus Österreich gewohnt bin.
Besonders positiv fand ich den starken Fokus auf Gruppenarbeiten, Präsentationen und die aktive Mitarbeit während der Lehrveranstaltungen. Dadurch wurde nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern auch die Anwendung in praktischen Beispielen gefördert. Die Professorinnen und Professoren waren sehr engagiert und standen bei Fragen meistens schnell zur Verfügung.
Die Organisation der Universität war insgesamt sehr gut. Informationen wurden klar kommuniziert und die Abläufe waren strukturiert. Auch die technischen Möglichkeiten und die Ausstattung am Campus waren auf einem sehr hohen Niveau.

Haben Sie Tipps was noch zu beachten ist?

Ich würde zukünftigen Studierenden empfehlen, sich frühzeitig mit der Organisation des Auslandsaufenthalts zu beschäftigen und nicht zu lange mit wichtigen Aufgaben zu warten. Besonders die Wohnungssuche sollte man rechtzeitig beginnen, da es von Vorteil ist, mehrere Möglichkeiten zu haben und nicht unter Zeitdruck zu geraten.
Außerdem würde ich empfehlen, sich vor der Abreise gut über das Zielland und die Kultur zu informieren. Gleichzeitig sollte man offen und flexibel an die neue Situation herangehen, da vieles vor Ort anders funktioniert als man es aus Österreich gewohnt ist. Gerade diese Unterschiede machen aber einen großen Teil der Erfahrung aus.
Es ist auch hilfreich, sich von Anfang an mit anderen internationalen und lokalen Studierenden zu vernetzen. Dadurch findet man schneller Anschluss und bekommt oft wertvolle Tipps für den Alltag. Man sollte außerdem versuchen, die Zeit im Ausland nicht nur für das Studium zu nutzen, sondern auch das Land zu erkunden.

Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?

Während meines Auslandsaufenthalts konnte ich vor allem meine interkulturellen Fähigkeiten weiterentwickeln. Durch das Leben in einer neuen Umgebung und den täglichen Kontakt mit Menschen aus verschiedenen Ländern habe ich gelernt, offener, flexibler und verständnisvoller mit unterschiedlichen Kulturen und Herangehensweisen umzugehen.
Außerdem konnte ich meine Spanischkenntnisse verbessern. Auch wenn ich bereits grundlegende Kenntnisse hatte, hat mir der Aufenthalt geholfen, sicherer im Umgang mit der Sprache zu werden und sie im Alltag häufiger anzuwenden. Zusätzlich haben sich meine Englischkenntnisse durch das Studium und den Austausch mit internationalen Studierenden weiter gefestigt.
Auch fachlich konnte ich neue Erfahrungen sammeln, insbesondere durch die unterschiedlichen Lernmethoden am Tecnológico de Monterrey und die Zusammenarbeit in internationalen Teams. Besonders die Gruppenarbeiten und Projekte haben meine Kommunikations- und Teamfähigkeiten verbessert.

Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen durch Ihren Auslandsaufenthalt verändert?

Durch meinen Auslandsaufenthalt bin ich offener und flexibler geworden und habe gelernt, andere Kulturen und Lebensweisen besser zu verstehen und wertzuschätzen. Ich habe gemerkt, dass es oft verschiedene Wege gibt, Dinge zu lösen, und dass man nicht immer nur die eigene Sichtweise als selbstverständlich ansehen sollte.
Außerdem hat der Aufenthalt meine Selbstständigkeit gestärkt, da man in einer neuen Umgebung viele Situationen eigenständig bewältigen muss. Ich gehe heute offener auf neue Menschen und Erfahrungen zu und bin deutlich anpassungsfähiger geworden.

Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf meinen Auslandsaufenthalt war definitiv die Organisation der Wohnungssuche. Da ich die Unterkunft von Österreich aus organisieren musste, war es nicht einfach, einen guten Überblick über die Möglichkeiten zu bekommen und alles aus der Ferne zu koordinieren. Nachdem die Option eines Studentenwohnheims nicht funktioniert hatte, musste ich mich selbstständig nach einer Wohnung umsehen, was einiges an Zeit und Geduld erfordert hat.
Während des Aufenthalts selbst war die größte Herausforderung wahrscheinlich die Anpassung an eine neue Kultur und die vielen kleinen Unterschiede im Alltag. Dinge funktionieren teilweise anders als in Österreich, wodurch man lernen muss, flexibler zu sein und sich auf neue Situationen einzustellen. Gleichzeitig war genau diese Anpassung eine der wertvollsten Erfahrungen des Aufenthalts.
Mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch schnell an die neue Umgebung, knüpft Kontakte und entwickelt eine gewisse Routine.

Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?

Meine positivste Erfahrung während meines Auslandsaufenthalts war wahrscheinlich die Möglichkeit, so viele neue Menschen aus unterschiedlichen Ländern kennenzulernen und gemeinsam neue Erfahrungen zu sammeln. Durch die internationalen Studierenden und die lokalen Kontakte entstanden viele Freundschaften, die den Aufenthalt besonders bereichert haben.
Besonders schön war es, nicht nur als Tourist in Mexiko zu sein, sondern den Alltag vor Ort kennenzulernen, die Kultur zu erleben und sich immer mehr an das Leben in einem anderen Land anzupassen. Auch die gemeinsamen Reisen und Erlebnisse außerhalb des Studiums, beispielsweise nach Mexiko-Stadt, Puerto Escondido und Yucatán, haben den Aufenthalt zu etwas Besonderem gemacht.
Zusätzlich war es eine wertvolle Erfahrung, selbstständiger zu werden und zu merken, dass man sich auch in einer komplett neuen Umgebung schnell zurechtfinden kann.