Zakia
- BSc Erneuerbare Energien
- Ulaanbaatar, Mongolei
- Praktikum
- MUST
- Sommersemester 2025/2026

Wie haben Sie Ihre Praktikumsstelle gefunden? Wie haben Sie sich dafür beworben? Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?
Herr Manfred Schindler hat mich über die Möglichkeit informiert, ein Praktikum in der Mongolei zu absolvieren. Anschließend habe ich mit meinem Professor darüber gesprochen. Er hat den Kontakt zur zuständigen Person in der Mongolei hergestellt. Auf diese Weise habe ich die Zusage für die Praktikumsstelle erhalten.
Zur Vorbereitung auf meinen Auslandsaufenthalt habe ich viele Erfahrungsberichte gelesen und mich über das Leben, die Kultur und die Arbeitsbedingungen in der Mongolei informiert.
Welche praktischen Vorkehrungen haben Sie vor dem Austausch getroffen?
Die Unterkunft habe ich selbst organisiert. Dabei hat mir eine Studienkollegin von der Universität geholfen.
Beim Visum gab es einige Schwierigkeiten. Da die Ausstellung vor der Abreise nicht rechtzeitig geklappt hat, bin ich zunächst ohne Visum als Tourist in die Mongolei eingereist. Vor Ort wurde mein Aufenthaltsstatus nach etwa einem Monat korrigiert und geregelt.
Zusätzlich habe ich vor der Abreise eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, um während meines Aufenthalts abgesichert zu sein.
Wie wurden Sie von der Firma begrüßt, eingeschult und willkommen geheißen?
Ich wurde sehr freundlich empfangen. Nach meiner Ankunft wurde ich direkt vom Flughafen abgeholt und zu meiner Unterkunft gebracht. Am Abend wurde ich in ein Restaurant eingeladen. Als Willkommensgeschenk habe ich außerdem mongolische Schokolade erhalten.
Ich hatte vor Ort eine Kontaktperson, an die ich mich jederzeit bei Fragen wenden konnte. Diese Person und auch die anderen Kolleginnen und Kollegen haben mir sehr geholfen. Dadurch habe ich mich gut willkommen gefühlt und konnte mich schnell orientieren.
Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft
Meine Unterkunft habe ich selbst organisiert. Dabei hat mir eine Universitätskollegin geholfen, die mich bei der Suche und beim Kontakt vor Ort unterstützt hat.
Ich hatte ein kleines Apartment mit einer Wohnküche, einem Schlafzimmer sowie einem Bad und WC. Die Wohnung war sehr neu, schön eingerichtet und komplett möbliert. Die monatliche Miete betrug 400 Euro.
Insgesamt habe ich mich dort sehr wohlgefühlt. Ein Nachteil war die Entfernung zur Universität, da die Fahrt mit dem Auto ungefähr 45 Minuten gedauert hat.
Welche finanziellen Vorkehrungen haben Sie getroffen? Wie hoch waren die Lebenserhaltungskosten im Schnitt?
Als finanzielle Vorbereitung hatte ich eigenes Erspartes eingeplant, um die Zeit bis zur Auszahlung der Erasmus-Förderung zu überbrücken.
Die Lebenserhaltungskosten vor Ort waren höher als erwartet. Insgesamt waren meine Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung, Transport und Alltag am Ende höher als die Förderung, die ich für die drei Monate erhalten habe. Daher war es wichtig, zusätzlich eigenes Geld zur Verfügung zu haben.
Wie würden Sie das Land, die Kultur und die Freizeitaktivitäten beschreiben, die Sie während Ihres Auslandsaufenthaltes erlebt haben?
In den ersten zwei Monaten war es sehr kalt. Deshalb war ich hauptsächlich mit meinem Praktikum beschäftigt und damit, mich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
Im letzten Monat, im Mai, wurde das Wetter deutlich schöner und wärmer. Dadurch konnte ich mehr vom Land und von der Kultur erleben. In meiner Freizeit gab es viele Möglichkeiten, zum Beispiel Karaoke-Bars, Restaurants, Clubs und Fitnessstudios. Insgesamt habe ich die Kultur als interessant und die Freizeitmöglichkeiten als vielfältig erlebt.
Wie würden Sie das Praktikum beschreiben?
Die Betreuung während des Praktikums war gut. Ich hatte eine Kontaktperson vor Ort, an die ich mich bei Fragen wenden konnte, und habe Unterstützung erhalten.
Die organisatorischen Rahmenbedingungen waren jedoch teilweise schwierig. Besonders die Visumsangelegenheit hat nicht wie geplant funktioniert und war mit viel Aufwand verbunden.
Auch die Infrastruktur vor Ort war herausfordernd. Der Verkehr war sehr stark, und es gab häufig lange Staus. Man hatte zwar die Möglichkeit, mit dem Auto oder mit dem Bus zu fahren, aber da es keine eigene Busspur gab, stand auch der Bus oft lange im Stau. Manchmal war man zu Fuß schneller unterwegs als mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto.
Inhaltlich konnte ich dennoch Erfahrungen sammeln und einen Einblick in das Arbeitsumfeld vor Ort bekommen.
Welche neuen Fähigkeiten und Qualitäten haben Sie erworben?
Während meines Auslandsaufenthaltes habe ich viele neue Fähigkeiten und persönliche Qualitäten entwickelt. Besonders verbessert habe ich meine interkulturellen Kompetenzen, da ich in einem neuen Land mit einer anderen Kultur, anderen Arbeitsweisen und neuen Alltagssituationen zurechtkommen musste.
Außerdem habe ich gelernt, selbstständiger und flexibler zu handeln. Da manche organisatorischen Dinge, wie zum Beispiel das Visum oder die Mobilität vor Ort, schwierig waren, musste ich oft selbst Lösungen finden und mich schnell an neue Situationen anpassen.
Wie haben sich Ihre Werte und Einstellungen durch Ihren Auslandsaufenthalt verändert?
Durch meinen Auslandsaufenthalt haben sich meine Werte und Einstellungen in mehreren Bereichen verändert. Ich habe gelernt, viele Dinge mehr zu schätzen, die im Alltag oft selbstverständlich wirken, zum Beispiel eine gute Infrastruktur, klare Organisation und einfache Mobilität.
Außerdem bin ich offener gegenüber anderen Kulturen und Lebensweisen geworden. Der Aufenthalt hat mir gezeigt, wie wichtig Flexibilität, Geduld und Verständnis sind, wenn man sich in einem neuen Umfeld zurechtfinden muss.
Ich habe auch gemerkt, wie wichtig Selbstständigkeit ist. Viele Situationen musste ich eigenständig lösen, besonders bei organisatorischen Herausforderungen. Dadurch bin ich sicherer geworden und habe mehr Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten entwickelt.
Was war im Rückblick die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf oder während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Die größte Herausforderung war die Unterkunftssituation zu Beginn meines Aufenthaltes. Die Wohnung, die mir vor Ort von der Universität zur Verfügung gestellt wurde, war fast leer. In der Küche gab es kein Geschirr. Im Wohnzimmer standen nur zwei Holzstühle, und im Schlafzimmer gab es nur ein Bett ohne Kissen und Decke.
Deshalb musste ich innerhalb einer Woche eine neue Wohnung finden. Das war für mich sehr schwierig und stressig, besonders direkt am Anfang meines Auslandsaufenthaltes. Dank der Unterstützung meiner Universitätskollegin habe ich es geschafft, innerhalb kurzer Zeit eine neue und passende Wohnung zu finden.
Was war Ihre positivste Erfahrung während Ihres Auslandsaufenthaltes?
Meine positivste Erfahrung während meines Auslandsaufenthaltes war, dass ich mich persönlich weiterentwickelt habe. Auch wenn es viele Herausforderungen gab, habe ich gelernt, selbstständiger zu handeln und schwierige Situationen alleine zu bewältigen.