Qualität sichern und entwickeln

1. Ausgangslage

Wenn man die Qualitätssicherung nicht vom Zentrum der Wertschöpfung einer Organisation her denkt, besteht tendenziell die Gefahr, dass eine von den Kernaufgaben der Organisation abgehobene Qualitätsbürokratie entsteht.

Um die Bürokratie und Inneffizienz befördernde Unverbundenheit zwischen Qualitätssicherung und Hochschulaktivitäten zu vermeiden, muss die Qualitätssicherung an Hochschulen also vom Zentrum der immateriellen Wertschöpfung (= der Wissens- und Kompetenzerwerb der Studierenden) her konzipiert werden.

2. Herausforderungen

Ein hochschuladäquates System der Sicherung und Entwicklung von Qualität ist mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, weil…

  • Hochschulen aus funktional stark ausdifferenzierten Einheiten (Studiengänge, Fakultäten, Departments u.a.) bestehen, die im Sinne der Optimierung der Aufgabenerfüllung notwendiger weise über ein bestimmtes Ausmaß an Autonomie verfügen und es insofern wichtig ist, eine gemeinsame, systemintegrative Sprache über Qualität zu entwickeln.
  • Hochschulen ExpertInnen-Organisationen sind und vieles von dem, was Qualität an Hochschulen hervorbringt, an Personen gebunden ist, deren Wissen und Können unmittelbar zum Erfolg einer Hochschule beiträgt.
  • Lehre und Forschung soziale und interaktive Prozesse sind, die von Menschen für Menschen gestaltet werden und die Ausgangslage, die Ziele und die Ergebnisse studentischer Entwicklungsprozesse nicht vollständig und lückenlos kontrollierbar sind.
  • Qualität nicht als Leistung isoliert agierender Einzelpersonen betrachtet werden kann, sondern als Resultat des Zusammenspiels zahlreicher Menschen in unterschiedlichsten Organisationseinheiten.
  • Information und Kommunikation wichtige Voraussetzungen für die effektive und effiziente Gestaltung dieses Zusammenspiels sind.

Indem sich die FH Technikum Wien im Rahmen ihrer Autonomie diesen Herausforderungen stellt, übernimmt sie Verantwortung für die Qualität ihrer Leistungen und legt der Öffentlichkeit gegenüber Rechenschaft darüber ab. Qualität schafft Vertrauen und ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Reputation und Positionierung einer Hochschule in der (inter-)nationalen Hochschul- und Forschungslandschaft.

3. Qualitätsentwicklung Studiengänge

Als Hochschule gibt die FH Technikum Wien ein Qualitätsversprechen ab, nämlich die Qualifikation, die die Absolventinnen und Absolventen mit dem Abschluss erwerben. Das Managen von Qualität ist der Einlösung dieses Versprechens verpflichtet und ist immer in Verbindung mit den Kernaufgaben, dem Zweck und mit den Zielen einer Organisation zu sehen.

Qualitätssicherung ist insofern kein Selbstzweck, sondern ist eng an den Zweck einer Organisation sowie an konkrete Ziele geknüpft. Im Bereich Studium & Lehre haben wir an der FH Technikum Wien sieben, eng an die Wertschöpfung unserer Hochschule gekoppelte Qualitätsziele und Instrumente zur Evaluierung der Zielerreichung entwickelt, die im Zentrum der Sicherung und Entwicklung der Qualität unserer Studiengänge stehen.

Grafik Qualitätssicherung FHTW

Die Ergebnisse der verschiedenen Erhebungsinstrumente (Studierenden-, Lehrenden- und Absolvent*innen-Befragung, Berufsfeldforschung, Textanalysen, statistische Auswertungen) werden in Berichten dokumentiert und mit den Angehörigen des Studienganges (Leitung, Assistentin, Lehrende, Studierende) sowie externen Expert*innen diskutiert.

Durch den Einsatz der Instrumente wird evaluiert, wie gut die Studiengänge bei der Erreichung der Qualitätsziele sind. Wir generieren Wissen über die Qualität unserer Studiengänge und leiten aus diesem Befund im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses Maßnahmen für die Weiterentwicklung der Qualität der Studiengänge ab. Und Möglichkeiten zur Verbesserung gibt es immer, weil es den absolut perfekten Studiengang nicht gibt.

Insofern wenden wir zentrale Wesensmerkmale von Hochschulen, nämlich Wissen, Forschung und Kollegialität auch auf die Verfahren der hochschulinternen Sicherung und Entwicklung der Qualität der Studiengänge an, was die Akzeptanz der Verfahren bei den Angehörigen der Studiengänge fördert.

4. Das QM-System

Das QM-System der FH Technikum Wien beruht auf einem hochschulischen Qualitätsverständnis und ist dem Grundsatz der fortwährenden Sicherung und Entwicklung der Qualität unserer Leistungen verpflichtet. Qualität ist immer schon vorhanden und es geht darum, sie evidenzbasiert weiter zu entwickeln. Für die FH Technikum Wien ist die Qualitätssicherung kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um Zielsetzungen auf effektive und effiziente Art und Weise zu erreichen und die Ziele selbst immer wieder zu reflektieren.

Das QM-System der FH Technikum Wien stellt kontinuierlich sicher, dass

  • strategische Ziele in periodischen Abständen definiert, projektmäßig umgesetzt und evaluiert werden,
  • die Qualität unserer Studiengänge und Hochschullehrgänge ständig verbessert wird,
  • unsere relevanzorientierte F&E zur Kompetenzentwicklung der Lehrenden sowie zur Aktualität der Lehre beiträgt,
  • unsere Prozesse effektiv und effizient gemanagt und ständig weiterentwickelt werden,
  • wichtige Daten erhoben, analysiert und für das effektive Management unserer Aufgaben verwendet werden.

Das QM-System der FH Technikum Wien berücksichtigt nationale und internationale Anforderungen und trägt dem Grundsatz „Rechenschaftslegung durch Qualitätsentwicklung“ Rechnung. Es hat die integrative Aufgabe, sämtliche Einzelaktivitäten in Lehre, Forschung, Management und Service zu einem kohärenten Ganzen zusammenzuführen. Das Qualitätssicherungssystem unterstützt die Hochschulleitung, die MitarbeiterInnen und die Studierenden dabei, die Qualität ihrer Leistungen und Prozesse zu analysieren, zu reflektieren und weiter zu entwickeln.