Akademische Ehrungen und Masterarbeits-Awards 2026 an der FH Technikum Wien

27. Oktober 2026
Bei der feierlichen Veranstaltung wurden im Zuge der Teaching Awards herausragende Leistungen in Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung gewürdigt. Verliehen wurden auch neue Professorentitel sowie Auszeichnungen für vier Masterarbeiten.
Zwei FH-Professuren, eine Honorarprofessur und vier ausgezeichnete Masterarbeiten: Am 19. Oktober 2026 würdigte die FH Technikum Wien besondere wissenschaftliche und akademische Leistungen. Im Mittelpunkt standen Persönlichkeiten, die Forschung und Lehre an der Hochschule mitgestalten, sowie Absolvent, deren Masterarbeiten innovative Antworten auf aktuelle technische und gesellschaftliche Fragestellungen liefern.
Im Rahmen der Feierlichkeiten rund um die Teaching Awards 2026 standen im großen Festsaal der FH Technikum Wien auch akademische Ehrungen und die Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Programm. Zwei FH-Professoren und ein Honorarprofessor wurden ausgezeichnet, außerdem erhielten vier Absolvent für ihre wissenschaftlichen Abschlussarbeiten einen Masterarbeits-Award.
Die Bandbreite der gewürdigten Leistungen reichte von User Experience und Quantentechnologien über europäische Industriepolitik bis zu nachhaltiger Mobilität, Datenschutz, Künstlicher Intelligenz und Rehabilitationstechnik.
Durch die Veranstaltung führte Sylvia Lingo, Leiterin des Teaching and Learning Centers. Die akademischen Ehrungen wurden vom Kollegium der FH Technikum Wien vorgenommen, die feierliche Verleihung erfolgte durch Rektorin Sylvia Geyer.
Zwei neue FH-Professoren
Mit der Verleihung einer FH-Professur würdigt das Kollegium der FH Technikum Wien Persönlichkeiten, die sich durch ihre wissenschaftliche Qualifikation, fachliche Expertise und ihr Engagement in Forschung und Lehre auszeichnen.
Im Rahmen des Festakts erhielten Andreas Sackl und Hermann Detz den Titel FH-Professor.
Andreas Sackl – Forschung an der Schnittstelle von Mensch und Technologie
Andreas Sackl leitet das Kompetenzfeld Digital Enterprise & User Experience an der FH Technikum Wien. Seine fachlichen und wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen insbesondere in den Bereichen User Experience und Virtual Reality.
Sackl promovierte an der Technischen Universität Berlin und verfügt über umfangreiche Erfahrung in Forschung und Industrie. Wissenschaftliche Publikationen und internationale Konferenzbeiträge dokumentieren seine Arbeit an der Schnittstelle zwischen technologischer Entwicklung und menschlicher Nutzung.
In seiner Forschung beschäftigt er sich unter anderem damit, wie digitale Technologien gestaltet und bewertet werden können, damit sie den Anforderungen und Bedürfnissen ihrer Nutzer entsprechen. Diese Perspektive spielt gerade bei neuen digitalen und immersiven Anwendungen eine wesentliche Rolle.
Mit seiner wissenschaftlichen Arbeit und seiner Praxiserfahrung trägt Sackl zur Weiterentwicklung von Forschung und Lehre im Bereich digitaler Technologien an der FH Technikum Wien bei.
Hermann Detz – Forschung im Bereich der Quantentechnologien
Hermann Detz ist Studiengangsleiter des Masterstudiengangs Quantum Engineering an der FH Technikum Wien. Seine wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf die Erforschung von Mikro- und Nanostrukturen sowie deren technologische Anwendungsmöglichkeiten.
Detz verfügt über internationale Forschungserfahrung und wurde im Rahmen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit unter anderem mit Auszeichnungen am Forschungszentrum CEITEC gewürdigt. Darüber hinaus engagiert er sich in der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft.
Seine Forschungserfahrung bringt er unmittelbar in die akademische Ausbildung ein. Damit verbindet er aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen im Bereich Quantum Engineering mit einer fundierten, forschungsgeleiteten Lehre.
Honorarprofessur für Roman Stiftner: Verbindung von Wissenschaft, Industrie und Europa
Mit der Verleihung einer Honorarprofessur an Roman Stiftner würdigte die FH Technikum Wien dessen langjähriges Engagement für die Verbindung von Hochschule, Industrie und europäischen Institutionen.
Stiftner ist seit 2018 als Lektor an der FH Technikum Wien tätig und unterrichtet unter anderem in den Bereichen International Business & Engineering und Renewable Energy Engineering. Zu seinen fachlichen Schwerpunkten zählen europäische Industrie- und Regulierungspolitik, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung.
Der promovierte Techniker der TU Wien verfügt über langjährige Führungserfahrung in Industrie und europäischen Verbänden. Als Generaldirektor von EUMICON und Präsident des European Shippers’ Council (ESC) bringt er ein umfangreiches internationales Netzwerk in seine Tätigkeit an der Hochschule ein.
Sein Engagement zeigt sich auch in Forschungs- und Innovationsprojekten wie Biochar4Metallurgy (FFG), AUTOSUP (Horizon Europe), VITAL-5G und ENTRANCE. Daraus entstehen fachliche Impulse für die Lehre, praxisnahe Fallstudien, wissenschaftliche Kooperationen und Themen für Masterarbeiten.
Ein Beispiel für die internationale Zusammenarbeit ist die Präsentation von Robotik-Forschungsergebnissen der FH Technikum Wien im Rahmen der Raw Materials Week der Europäischen Kommission in Brüssel.
Mit der Honorarprofessur an Roman Stiftner würdigt die Hochschule insbesondere dessen Beitrag zum Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und industrieller Praxis sowie zur internationalen Vernetzung der FH Technikum Wien.
Masterarbeits-Awards 2026: Vier ausgezeichnete Abschlussarbeiten aus vier Fakultäten
Auch die Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses erhielten beim Festakt eine eigene Bühne. Mit den Masterarbeits-Awards 2026 zeichnete die FH Technikum Wien vier Absolvent für herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten aus – jeweils eine aus jeder der vier Fakultäten.
Die prämierten Arbeiten befassen sich mit unterschiedlichen Fragestellungen, haben aber eines gemeinsam: Sie verbinden wissenschaftlich fundierte Methoden mit konkreten technischen Entwicklungen oder anwendungsorientierten Lösungen.
Markus Dangl – Mobilitätsemissionen im städtischen Raum bewerten
Fakultät Industrial Engineering | Master Erneuerbare Energien
Wie stark beeinflusst der Wohnort die Emissionen unserer alltäglichen Mobilität? Dieser Frage ging Markus Dangl in seiner Masterarbeit „Entwicklung eines Modells zur standortbezogenen Prognose der Emissionen der Alltagsmobilität im urbanen Raum“ nach.
Er entwickelte ein Modell, das die Mobilitätsemissionen von Privatpersonen in Abhängigkeit von ihrem Wohnstandort und der Erreichbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel bewertet. Die daraus abgeleitete Kennzahl kann in die Bewertung von Stadtquartieren einfließen und damit Entscheidungen in der Stadt- und Verkehrsplanung unterstützen.
Die Arbeit wurde insbesondere aufgrund der Aktualität des Themas, der nachvollziehbaren wissenschaftlichen Methodik und des direkten Praxisnutzens ausgezeichnet. Das Modell ist zudem grundsätzlich über Wien hinaus einsetzbar.
Betreuung: Elisabeth Kerschbaum
Zweitbetreuung: Daniel Bell
Alexander Sallmann – Datenschutzfreundliche Lösungen für digitale Behördenwege
Fakultät Computer Science & Applied Mathematics | Master Wirtschaftsinformatik
Viele Angaben müssen bei digitalen Behördenwegen immer wieder neu eingegeben werden. Wie sich solche Abläufe vereinfachen lassen, ohne den Datenschutz zu vernachlässigen, untersuchte Alexander Sallmann.
In seiner Masterarbeit „Eine Privacy-by-Design-Architektur zur Wiederverwendung von Bürgerdaten in kommunalen Online-Formularen“ entwickelte er eine technische Architektur, mit der personenbezogene Daten nach ausdrücklicher Einwilligung verschlüsselt gespeichert und für spätere Anträge wiederverwendet werden können.
Die Lösung wurde als Prototyp in einem realen Gemeindeformular umgesetzt und erfolgreich getestet. Ergänzende Interviews mit Expert sowie Bürger bestätigten den praktischen Nutzen.
Die Arbeit wurde für ihre wissenschaftliche Fundierung, die eigenständige technische Umsetzung und den konkreten Beitrag zur Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ausgezeichnet.
Betreuung: Peter Seifter und Christian Schucan
Nermine Agban – Künstliche Intelligenz für mehr Sicherheit in der Industrie
Fakultät Electronic Engineering & Entrepreneurship | Master Internet of Things und intelligente Systeme
Mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Verbesserung der Arbeitssicherheit beschäftigte sich Nermine Agban in ihrer Masterarbeit „Development and Optimization of an Edge-Based Industrial Hazard Detection System Using Object Detection and Embedded AI Hardware“.
Sie entwickelte und untersuchte ein kamerabasiertes System, das mithilfe von KI erkennen soll, ob Beschäftigte im industriellen Umfeld vorgeschriebene Schutzausrüstung wie Schutzhelme und Schutzwesten tragen.
Dafür verglich sie unterschiedliche YOLO-basierte Objekterkennungsverfahren und Hardwarekonfigurationen, insbesondere die direkte Verarbeitung auf Edge-Geräten und die Unterstützung durch spezialisierte KI-Prozessoren.
Die Arbeit überzeugte durch ein sorgfältiges ingenieurwissenschaftliches Vorgehen, systematische Messungen und quantitative Auswertungen. Die Ergebnisse sind sowohl aus wissenschaftlicher Sicht als auch für mögliche Anwendungen in der industriellen Arbeitssicherheit relevant.
Betreuung: Stefan Paschek
Daniela Kalchbrenner – Virtual Reality in der Rehabilitation mit Armprothesen
Fakultät Life Science Engineering | Master Gesundheits- und Rehabilitationstechnik
Welche Möglichkeiten bietet Virtual Reality beim Erlernen des Umgangs mit Armprothesen? Dieser Frage widmete sich Daniela Kalchbrenner in ihrer Masterarbeit „Virtual Reality in Upper-Limb Prosthetic Rehabilitation: An Evaluation of Usability and User Experience with the Myo-Hand XP“.
Sie untersuchte die Gebrauchstauglichkeit und das Nutzungserlebnis des VR-basierten Trainingssystems Myo-Hand XP des Unternehmens Virtetic.
An der Untersuchung nahmen neun tatsächliche Prothesenträger teil, darunter Menschen mit angeborener Gliedmassendifferenz und Personen mit erworbener Amputation. Durch die Kombination standardisierter Usability-Erhebungen, Interviews und Beobachtungen konnte Kalchbrenner auch Probleme aufzeigen, die durch Fragebogenergebnisse allein nicht sichtbar geworden wären.
Die in Zusammenarbeit mit Ottobock und Virtetic entstandene Arbeit liefert konkrete Erkenntnisse für die Weiterentwicklung virtueller Trainingssysteme. Sie zeigt außerdem, in welchen Phasen der Prothesenversorgung VR-basierte Anwendungen besonders sinnvoll sein können.
Auszeichnungswürdig waren insbesondere die wissenschaftliche Methodik, die Einbindung tatsächlicher Nutzer und der direkte Anwendungsbezug.
Betreuung: Johannes Martinek
Forschung und Lehre im Zusammenspiel
Die akademischen Ehrungen und Masterarbeits-Awards verdeutlichen die fachliche Breite der FH Technikum Wien. Die ausgezeichneten Persönlichkeiten stehen für langjährige wissenschaftliche Arbeit, engagierte Lehre und erfolgreiche Kooperationen mit Industrie und Forschungseinrichtungen. Die Masterarbeiten wiederum zeigen, welche wissenschaftlichen und technischen Leistungen Studierende bereits während ihrer Ausbildung erbringen.
Beide Auszeichnungen machen deutlich, wie wichtig das Zusammenspiel von Forschung, Lehre und Praxis für eine Hochschule ist. Aktuelle Forschungsergebnisse fliessen in die Ausbildung ein, während aus der Arbeit der Studierenden neue Ideen und Lösungsansätze entstehen. Der Festabend bot Gelegenheit, diese Leistungen gemeinsam zu würdigen. Musikalisch begleitet von den vienna strings, klang die Veranstaltung bei einem Empfang und persönlichen Gesprächen aus.
Weiterführende Informationen:
Teaching Award 2026: FH Technikum Wien zeichnet herausragende Lehre aus
Honorarprofessur für Roman Stiftner: Starke Impulse für Forschung, Lehre und Industriekooperationen
















