Teaching Awards 2026: FH Technikum Wien zeichnet herausragende Lehre aus
![Sieben Frauen stehen in einer Reihe vor einem Hintergrund, auf dem die Aufschrift Entfaltet [euer] Potenzial!, Vertraut auf [eure] Fachkompetenz! und Gestaltet [euer] Fachgebiet! zu lesen ist.](/_next/image/?url=https%3A%2F%2Fmedia-hp.technikum-wien.at%2Fmedia%2F20261023102558%2F20261019-_R3_4438-1.jpg&w=3840&q=75)
23. Oktober 2026
Die FH Technikum Wien würdigte bei den Teaching Awards 2026 vielfältige Lehransätze, die mit klaren Lernprozessen, Praxisbezug und innovativen Methoden zum Erfolg führen.
Was macht gute Hochschullehre aus? Engagierte Lehrende, durchdachte Lehrkonzepte und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren. Bei den Teaching Awards 2026 am 19. Oktober holte die FH Technikum Wien jene Lehrenden vor den Vorhang, die ihre Studierenden mit fachlicher Kompetenz, innovativen Methoden und persönlichem Engagement beim Lernen unterstützen. Auch der österreichische Staatspreis Ars Docendi und die hochschuldidaktische Qualifizierung waren Teil des Festabends.
Am 19. Oktober 2026 wurden im großen Festsaal der FH Technikum Wien die Teaching Awards verliehen. Das Teaching and Learning Center (TLC) organisierte die Veranstaltung, bei der die Vielfalt guter Hochschullehre im Mittelpunkt stand – von der persönlichen Betreuung der Studierenden über praxisnahe Projektarbeit bis zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen.
Musikalisch eröffnet wurde der Abend von den vienna strings. Geschäftsführer Florian Eckkrammer und Rektorin Sylvia Geyer begrüßten die Gäste, Sylvia Lingo, Leiterin des Teaching and Learning Centers, führte durch das Programm.
Drei Kategorien, unterschiedliche Zugänge zu guter Lehre
Die Teaching Awards wurden in drei Kategorien vergeben. Best Lecturer zeichnet Lehrpersönlichkeiten aus, die von Studierenden nominiert werden und neben fachlicher und didaktischer Kompetenz durch ihre motivierende und wertschätzende Begleitung überzeugen. Learning & Study Success würdigt Lehrveranstaltungen, die durch gut strukturierte Lernprozesse, transparente Anforderungen und geeignete Lehr- und Lernmethoden den Studienerfolg fördern. In der Kategorie Impact & Relevance stehen Lehrkonzepte im Mittelpunkt, die fachliche Inhalte mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen verbinden und Studierende zu verantwortungsvollem Handeln befähigen.
Über die Auszeichnungen entschied eine internationale und interdisziplinäre Jury: Florian Eckkrammer (Geschäftsführer der FH Technikum Wien), Sylvia Geyer (Rektorin), Daniel Herbst (Generalsekretär des OVE – Österreichischer Verband für Elektrotechnik), Lora Khazhmuradova und Mariam Kanoute (Vorstandsteam der HTW – Studierendenvertretung), Sylvia Lingo (Leiterin des Teaching and Learning Centers) sowie Angela Weißköppel (Leiterin des Lehrenden-ServiceCenters der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin).
Für ihre Entscheidungen zog die Jury neben den Einreichungen und Lehrveranstaltungsbeschreibungen auch ergänzende Unterlagen, Moodle-Kurse, Ergebnisse der Lehrveranstaltungsevaluation sowie Rückmeldungen und Nominierungen von Studierenden heran.
Best Lecturer: Von Studierenden nominiert
Mehr als 70 Studierende beteiligten sich an den Nominierungen für die Kategorie Best Lecturer. Einzelne Lehrende wurden dabei von bis zu 20 Studierenden, teilweise aus mehreren Lehrveranstaltungen, vorgeschlagen. In ihren Begründungen ging es nicht nur um fachliche Kompetenz, sondern auch darum, wie Lehrende auf Fragen eingehen, Feedback geben, zum Mitdenken anregen und ihre Studierenden durch anspruchsvolle Lernphasen begleiten.
Constanze Frech und Mélanie Michel – Wissenschaftliches Arbeiten mit persönlicher Begleitung
In der Lehrveranstaltung Scientific Writing and Research Methods im Bachelorstudiengang Erneuerbare Energien bereiten Constanze Frech und Mélanie Michel ihre Studierenden auf das wissenschaftliche Arbeiten und die Bachelorarbeit vor.
Von der Forschungsfrage über Literaturrecherche und Zitierregeln bis zur formalen Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit werden die einzelnen Schritte praxisnah erarbeitet. Schreibwerkstätten, Peer-Reviews, digitale Werkzeuge wie Zotero und KI-Analysen sowie analoge Kreativmethoden sorgen für Abwechslung. Die beiden Lehrenden nehmen sich zudem bewusst Zeit für Themen wie Stressbewältigung und Unsicherheiten im Studienalltag.
Die Jury hob die methodische Vielfalt, die fachliche Tiefe und das Gespür für individuelle Bedürfnisse hervor. Auch in den Studierendenrückmeldungen wurden der menschliche Umgang, die gute Vorbereitung auf die Bachelorarbeit und das regelmäßige Einholen von Feedback besonders geschätzt.
Florian Hofer – Konstruieren lernen, Fehler machen dürfen
In Konstruktionsübungen 2 im Bachelorstudiengang Maschinenbau lässt Florian Hofer eine Studierenden ein zweistufiges Stirnradgetriebe entwickeln – von der Berechnung bis zur fertigen technischen Zeichnung.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein das Ergebnis, sondern auch der Weg dorthin. Die Studierenden erarbeiten eigene Lösungswege, diskutieren ihre Entwürfe und verbessern diese auf Basis kontinuierlicher Rückmeldungen. Erfahrungen aus der industriellen Praxis ergänzen die fachlichen Grundlagen.
Die Jury würdigte besonders die Verbindung von Theorie und praktischer Anwendung sowie Hofers konstruktiven Umgang mit Fehlern. Eine Studierendenstimme bringt das gut auf den Punkt:
„Man wird dazu ermutigt, neue Dinge auszuprobieren und keine Angst vor Fehlern zu haben, da diese als wichtiger Teil des Lernprozesses angesehen werden.“
Dionis Ramadani – Big Data verständlich und praxisnah vermitteln
Mit seiner Lehrveranstaltung Big Data im Masterstudiengang Software Engineering zeigt Dionis Ramadani, wie grosse Datenmengen erfasst, aufbereitet und analysiert werden und wie sich daraus Erkenntnisse für konkrete Problemstellungen ableiten lassen.
Er verbindet aktuelle Forschung und moderne Technologien mit interaktiven Methoden und Beispielen aus seiner beruflichen Praxis in der Softwareentwicklung. Dabei geht er auch auf Interessen und Fragen seiner Studierenden ein.
Die Jury lobte die verständliche Vermittlung komplexer Inhalte und die gelungene Verbindung von Theorie und Anwendung. Besonders positiv fiel auch die motivierende Lernatmosphäre auf, die sich in den Studierendenrückmeldungen widerspiegelte.
Learning & Study Success: Gut gestaltete Lernprozesse
In dieser Kategorie wurden Lehrveranstaltungen ausgezeichnet, die Studierende durch klar aufgebaute Lernwege, abgestimmte Selbstlern- und Präsenzphasen sowie transparente Anforderungen unterstützen. Beide prämierten Formate setzen auf eigenständige Projektarbeit und die praktische Anwendung des erworbenen Wissens.
Artificial Intelligence of Things – KI selbst entwickeln und anwenden
In der Lehrveranstaltung Artificial Intelligence of Things im Masterstudiengang Internet of Things entwickeln Studierende eigene KI-Anwendungen für kleine, ressourcenbeschränkte Geräte.
Zaheer Tabassam, Khaled Kassem und Stefan Paschek begleiten sie dabei von der Auswahl geeigneter Sensoren über die Machbarkeitsprüfung bis zur Implementierung auf Edge-Geräten, etwa einem Raspberry Pi mit Hailo NPU. Zum Einsatz kommen unter anderem TensorFlow Lite, die Hailo AI Suite und Arduino.
Das Lehrkonzept kombiniert vorbereitende Selbstlernphasen mit Videos und Skripten mit praktischen Übungen und Live-Demonstrationen in Präsenz. Klar definierte Projektmeilensteine sorgen für Orientierung.
Die Jury überzeugten vor allem der schlüssige Aufbau, die transparente Gestaltung des Arbeitsaufwands und die Möglichkeit, das didaktische Konzept auf andere Lehrveranstaltungen zu übertragen. Studierende schätzten insbesondere die intensive praktische Arbeit mit aktuellen Technologien.
Blended Intensive Programme „Smart Cities“ – International gemeinsam an Lösungen arbeiten
Wie sich internationales Lernen mit einer konkreten technischen Aufgabenstellung verbinden lässt, zeigt das ausgezeichnete Blended Intensive Programme (BIP) „Smart Cities“, organisiert von Campus International.
Das Lehrendenteam mit Philipp Groiss, Ari Pikkarainen, José Baptista, Mark Adams und Alexander Hirschl-Schmol brachte Studierende aus Österreich, Finnland und Portugal zusammen, um gemeinsam an Lösungen für urbane Energiefragen zu arbeiten.
Im Zentrum stand die Entwicklung eines Kleinwind-Rotors für den Einsatz in Städten. Während dreier internationaler Austauschwochen in Kemi, Wien und Vila Real wurde dieser entworfen, mittels 3D-Druck gefertigt, getestet und präsentiert.
Die Studierenden sammelten dabei nicht nur technische Erfahrungen, sondern übten auch die Zusammenarbeit in internationalen Teams, die Kommunikation über Fach- und Ländergrenzen hinweg sowie die gemeinsame Lösung praktischer Probleme.
Die Jury würdigte das BIP als zukunftsweisendes, anwendungsorientiertes und inklusives Lehrformat. Auch die Studierenden hoben den internationalen Austausch, die gute Betreuung und den angemessenen Arbeitsaufwand hervor.
Die Auszeichnung war zugleich mit einem Moment des Gedenkens verbunden: Ari Pikkarainen, Mitglied des ausgezeichneten Lehrendenteams, war vor der Preisverleihung verstorben. Sein Engagement und sein Beitrag zum gemeinsamen Lehrprojekt wurden im Rahmen der Veranstaltung in dankbarer Erinnerung gewürdigt.
Impact & Relevance: Technik im gesellschaftlichen Kontext
Ecology & Society – Wenn Technik und Kunst zusammenkommen
Mit Ecology & Society im Masterstudiengang Erneuerbare Energien verbinden Jasmin Helnwein und Mélanie Michel Naturwissenschaft, Technik, Gesellschaft und Kunst.
In Zusammenarbeit mit der Kunstuniversität Wien beschäftigen sich Studierende mit Themen wie Klimawandel, Energiearmut und sozialer Ungleichheit. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden dabei nicht nur diskutiert, sondern auch in künstlerische Arbeiten übersetzt.
Rollenspiele, partizipative Methoden und Zukunftsarchäologie helfen, technische Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Dieser STEAM-Ansatz verbindet naturwissenschaftliche und technische Disziplinen mit künstlerischen Zugängen und regt dazu an, gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen technologischer Entscheidungen zu hinterfragen.
Die Jury würdigte den interdisziplinären Zugang und die Möglichkeit, Perspektivwechsel und kritische Reflexion in der technischen Hochschullehre zu fördern. Die Studierenden beschrieben die Lehrveranstaltung als kreativ, aktivierend und anregend.
Ars Docendi 2026: Anerkennungspreis für ASSIST HEIDI
Neben den hochschulinternen Teaching Awards gab es einen weiteren Erfolg zu feiern: Das Lehrprojekt ASSIST HEIDI – Co-Designing and Implementing Assistive Tools for People with Disabilities erhielt im September 2026 beim österreichischen Staatspreis Ars Docendi einen Anerkennungspreis in der Kategorie Gesellschafts- und Nachhaltigkeitsorientierte Lehre.
Für das Team mit Martin Deinhofer, Sarah Langer, Alija Sabic, Natascha Toman, Erich Schmid (posthum), Oliver Klein und Susanne Buchner-Sabathy ist es bereits eine weitere Auszeichnung. Zuvor wurde ASSIST HEIDI mit dem europäischen Lehrpreis profformance und dem Digitalen Humanismus Award prämiert.
Das Projekt verfolgt einen konsequent partizipativen Ansatz: Internationale Studierendenteams entwickeln gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen technische Hilfsmittel, die konkrete Herausforderungen des Alltags aufgreifen. Die Menschen mit Behinderungen sind dabei als bezahlte Co-Designer aktiv in alle Entwicklungsphasen eingebunden. Ihre Erfahrungen und Anforderungen bilden die Grundlage für die technischen Lösungen.
Für die Studierenden bedeutet das, technisches Wissen unter realen Bedingungen anzuwenden und zugleich soziale, kommunikative und interkulturelle Kompetenzen weiterzuentwickeln. Die entwickelten Lösungen werden als Open Source zugänglich gemacht und können dadurch auch über das Projekt hinaus genutzt und weiterentwickelt werden.
Die internationale Ars-Docendi-Jury würdigte insbesondere die Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die Verbindung technischer Kompetenz mit gesellschaftlicher Verantwortung und den nachhaltigen Wissenstransfer.
Angelika Thielsch von der Georg-August-Universität Göttingen fasste den besonderen Zugang des Projekts in ihrer Jurybegründung zusammen:
„Nicht Teilhabe als Geste, sondern Mitgestaltung als Prinzip.“
Hochschuldidaktische Qualifizierung als Grundlage guter Lehre
Ein weiterer Programmpunkt war die Zertifikatsverleihung an 29 Lehrende, die im Studienjahr 2025/26 die hochschuldidaktischen Basiskurse der FH Technikum Wien erfolgreich abgeschlossen haben.
Die Qualifizierung ist Teil des strukturierten Onboardings neuer Lehrender und unterstützt sie bei der Planung und Gestaltung kompetenzorientierter, studierendenzentrierter Lehrveranstaltungen. Mit der Zertifikatsverleihung würdigte die Hochschule das Engagement der Absolvent für die Weiterentwicklung ihrer Lehre.
Gute Lehre sichtbar machen
Die ausgezeichneten Lehrveranstaltungen stehen für unterschiedliche Zugänge, verfolgen aber ein gemeinsames Ziel: Studierende dabei zu unterstützen, Fachwissen aufzubauen, es praktisch anzuwenden und selbstständig weiterzuentwickeln.
Die Teaching Awards schaffen dafür eine Bühne. Sie würdigen das Engagement der Lehrenden und geben zugleich Anregungen für die Weiterentwicklung von Lehr- und Lernformaten an der FH Technikum Wien.
An diesem gelungenen Abend wurden mit Masterarbeits-Awards, zwei FH-Professuren und einer Honorarprofessur auch weitere außergewöhnliche Leistungen geehrt. Bei musikalischer Begleitung durch die vienna strings und einem anschliessenden gemeinsamen Ausklang bot der Abend Gelegenheit, die Preisträger zu feiern und sich über ihre Lehrkonzepte auszutauschen.
Auf den Bildern: Preisträger*innen der Teaching Awards 2026 im Festsaal der FH Technikum Wien, bei der Verleihung am 19. Oktober 2026.
Fotocredit: Alek Kawka / FH Technikum Wien
Weiterführende Informationen:
Lehre im Rampenlicht: Teaching Award 2025 an der FH Technikum Wien
Video der Teaching Awards 2026:

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