Fachdialog über politische Steuerung für die erfolgreiche Defossilisierung des Gebäudesektors

Fünf Personen stehen in einer Reihe auf einer Bühne vor einer Leinwand, auf der der Text Fachdialog | 30. September 2026 FH Technikum Wien zu lesen ist.

15. Oktober 2026

Erneuerbare Energie Österreich und FH Technikum Wien brachten Expert*innen zusammen: klare Signale für Tempo, Verlässlichkeit und soziale Balance beim Ausstieg aus Öl und Gas.

Am Mittwoch, 30. September 2026, fand an der FH Technikum Wien ein Event zur Wärmewende statt: Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) veranstaltete in Kooperation mit der FH Technikum Wien den Fachdialog „Politische Steuerung für die Wärmewende: Mit den richtigen Mitteln raus aus Öl und Gas beim Heizen“. Rektorin Sylvia Geyer und Gottfried Eder, Leiter des Master-Studiengangs Klimabewusste Gebäudetechnik, eröffneten die Tagung und unterstrichen die Rolle der Hochschule als Bildungs- und Transferpartner: Für eine erfolgreiche Defossilisierung von Wärme und Kühlung brauche es qualifizierte Fachkräfte, wissenschaftliche Exzellenz – und stabile, vorausschauende politische Rahmenbedingungen. Journalist Georg Renner war als Moderator beim Event dabei.

Wärmewende braucht Steuerung, nicht nur Förderungen

Den inhaltlichen Auftakt setzte EEÖ-Geschäftsführerin Martina Prechtl‑Grundnig mit einer Lageanalyse: Mit dem aktuellen Tempo werden zentrale EU-Ziele – der Ausstieg aus fossilen Heizsystemen bis 2040 und Klimaneutralität bis 2050 – verfehlt. Förderungen bleiben wichtig, reichen aber als einziges Instrument nicht aus und führen ohne klare Zielpfade zu Unsicherheit und Fehlinvestitionen. Fabian Muralter (Prognos Europe GmbH) bestätigte diesen Befund aus internationaler Perspektive: Erfolgreiche Länder kombinieren Förderungen mit ordnungsrechtlichen Vorgaben, langfristiger Orientierung und kommunaler bzw. kantonaler Planung. Österreich verfüge über gute Programme, müsse diese jedoch in eine verlässliche Steuerungsarchitektur bündeln.

Stimmen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik

In der Diskussion „Wärmewende in Österreich – von der Achterbahnfahrt zur Punktlandung?“ forderte Anton Berger (Bundesinnung der Installateur*innen, WKO) Planbarkeit über mindestens zwei Legislaturperioden. Priska Lueger (Bundesarbeiterkammer) plädierte für ein Wärme‑Kälte‑Wirtschaftsgesetz, das Verlässlichkeit und Kostentransparenz schafft und soziale Fragen adressiert. Anton Holzapfel (Österreichischer Verband der Immobilienwirtschaft) mahnte Standardisierung und Datenbasis ein – etwa eine österreichweit vergleichbare Energieausweisdatenbank.

Die Wohnbauforscherin Eva Bauer ordnete die Dekarbonisierung als nächste Etappe einer langen Modernisierungsgeschichte ein: Viele Kosten seien „ohnehin“ fällig, weil Heizsysteme turnusmäßig ersetzt werden müssen; mit klug aufeinander abgestimmten Bundes‑ und Landesförderungen sei die Finanzierung grundsätzlich machbar. Michael Aumer (BMWET) skizzierte Instrumente für mehr Dynamik: ein langfristiger Orientierungsrahmen, zielgerichtete Förderlogiken, Erleichterungen im Wohnrecht und die Mobilisierung privaten Kapitals – eingebettet in ein kohärentes Gesamtpaket, das klare Marktsignale sendet.

Was die Bevölkerung braucht, fasste Christoph Hofinger (Foresight Research) zusammen: breite Zustimmung zu Erneuerbaren, aber unterschiedliche Zielgruppen mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf. Klare Regeln reduzieren Unsicherheit; Stop‑and‑Go bei Förderungen untergräbt Vertrauen. Andrea Domberger (KELAG Energie & Wärme) hob Fernwärme als effizienten Weg zur Dekarbonisierung hervor, verwies aber auf Genehmigungs- und Fristenhürden. Gernot Stöglehner (BOKU) forderte die Verzahnung von Energieversorgung und Raumplanung; Jürgen Schneider (BMLUK) betonte, dass Klimaschutz am Markt funktionieren muss: Erneuerbare müssen günstiger sein als Fossile.

Zum Abschluss resümierte Martina Prechtl‑Grundnig: Förderungen sind notwendig, aber ohne klaren Ausstiegspfad und verlässliche Rahmenbedingungen nicht ausreichend. „Woanders geht es auch“ – Orientierung und konsistente Kommunikation bleiben Schlüssel.

Kooperationspartner des EEÖ‑Fachdialogs

Die FH Technikum Wien und der EEÖ arbeiten seit einigen Jahren in bewährter Weise im Rahmen des Fachdialogs zusammen. Mit Studiengängen wie Klimabewusste Gebäudetechnik bildet die FH Fachkräfte aus, die Heizungstausch, Sanierung und den Ausbau erneuerbarer Wärme in Betrieben, Gemeinden und Planungsbüros umsetzen.

Fotocredit für alle Bilder: Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ)

Weiterführende Informationen:

Podcast-Folge zu rechtlichen Hürden der Wärmewende:
Rechtliche Hürden der Wärmewende: Warum moderne Heizsysteme noch immer schwer durchsetzbar sind (#125 Gottfried Eder und Martina Prechtl-Grundnig)

Wärmewende im Recht: Fachdialog an der FH Technikum Wien

Master-Studiengang Klimabewusste Gebäudetechnik

Fakultät Industrial Engineering

Klimaschutz durch Bildung: Nachhaltigkeit und Innovation im Studium (Podcast #118 Gottfried Eder)

Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ)

Video der Veranstaltung:

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Bilder Galerie:

Eine Gruppe von Menschen, die sich bei einer Fachveranstaltung unterhalten, im Hintergrund stehen große Glas-Getränkeausgabegeräte auf einer roten Theke.

Fotocredit für alle Bilder: Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ)

Ein Mann in Blazer und Jeans steht mit einem Tablet in der Hand auf der Bühne und hält vor einer Präsentation über die Energiewende und erneuerbare Energien eine Rede.
Eine Frau, die auf der Bühne vor einer Präsentationsleinwand mit der Aufschrift #EnergieZukunftSchaffen in ein Mikrofon spricht.
Ein Mann in einem Anzug spricht an einem Rednerpult vor einem Banner mit der Aufschrift Erneuerbare Energie, auf dem Symbole für erneuerbare Energiequellen abgebildet sind.
Eine Frau mit Brille spricht an einem Rednerpult in ein Mikrofon. Hinter ihr ist ein Banner der FH University of Applied Sciences zu sehen, auf dem der Studiengang Erneuerbare Energie mit Symbolen für Wind, Recycling und Feuer abgebildet ist.
Ein Mann spricht an einem Rednerpult vor einer Leinwand, auf der ein Diagramm zum Thema Wärmeübergang und klimaneutrale Energie zu sehen ist.
Drei Männer unterhalten sich bei einer Veranstaltung. Ein Mann in einem beigen Blazer und mit Brille spricht mit Richard Freimüller, der ein Getränk in der Hand hält. Ein dritter Mann lächelt im Hintergrund.
Zwei Personen sitzen mit Mikrofonen auf der Bühne einer Podiumsdiskussion. Die Frau auf der linken Seite spricht und gestikuliert dabei mit der rechten Hand. Der Mann auf der rechten Seite hört zu und lächelt. Auf dem Tisch vor ihnen stehen Wasserflaschen und Unterlagen.
Vier Personen sitzen während einer Podiumsdiskussion auf einer Bühne, wobei eine Person in ein Mikrofon spricht.
Fünf Personen sitzen an einem Podiumsdiskussions-Tisch mit Mikrofonen und Wasserflaschen, im Hintergrund sind eine Präsentationsleinwand und ein buntes Banner zum Thema Energie zu sehen. Die Kulisse lässt auf eine Konferenz oder ein Seminar zur Energiewende schließen.
Banner für die Fachhochschule Technikum Wien und Erneuerbare Energie Österreich mit Symbolen für Biomasse, Solarenergie und Recycling. Im Vordergrund ist eine grüne Pflanze zu sehen.
Eine lächelnde Frau hält bei einer Veranstaltung einen blaugrünen Beutel mit abgebildeten Figuren in der Hand. Sie gestikuliert, während sie nach oben schaut. Hinter ihr sitzen weitere Teilnehmer.
Eine Frau in einer gemusterten Bluse und einer grünen Strickjacke spricht vor einem Werbebanner von Erneuerbare Energie Österreich in ein Mikrofon.
Ein Mann in einem Blazer gestikuliert, während er vor einem Banner mit der Aufschrift Erneuerbare Energie und einer projizierten Präsentation spricht.
Ein Mann im Anzug und mit Brille spricht vor einem Banner von Erneuerbare Energie Österreich, auf dem Umweltsymbole abgebildet sind, in ein Mikrofon.
Drei Diskussionsteilnehmer sitzen während einer Diskussion über die Energiewende auf Stühlen auf einer Bühne, im Hintergrund ist eine Projektionswand zu sehen.
Eine Frau mit blonden Haaren und Brille spricht bei einer Podiumsdiskussion lächelnd in ein Mikrofon. Sie trägt einen dunklen Blazer mit einem Namensschild. Auf dem Tisch vor ihr stehen Wasserflaschen und Gläser.
Vier Personen sitzen während einer Podiumsdiskussion in Sesseln auf einer Bühne; ein Redner hält ein Mikrofon in der Hand, im Hintergrund ist eine Präsentationsleinwand zu sehen.
Präsentationsfolie mit dem Titel Mit den richtigen Mitteln raus aus Öl und Gas beim Heizen, in der vier Referenten, der Moderator sowie Veranstaltungsdetails für eine politische Diskussion zur Energiewende aufgeführt sind.
Eine Diskussionsrunde auf der Bühne bei einer Veranstaltung, hinter der auf einer Leinwand Informationen zum Umstieg von Öl- und Gasheizungen angezeigt werden.
Eine Person bedient eine Videokamera, die auf eine Präsentationsleinwand und eine Podiumsrunde bei einer Konferenz gerichtet ist.
Ein Kameramann filmt eine Podiumsdiskussion auf einer deutschsprachigen Konferenz. Auf einem Monitor ist das Live-Bild zu sehen. Die Podiumsteilnehmer sitzen auf der Bühne vor einer projizierten Präsentationsfolie.
Fünf Personen stehen in einer Reihe vor einer Konferenztafel mit der Aufschrift EnergieZukunftschancen.
Eine Frau mit Brille und Blazer spricht vor einer Leinwand in ein Mikrofon.
Ein Mann und eine Frau stehen vor einem Veranstaltungsbanner von Erneuerbare Energie Österreich und dem Technikum Wien.
Vier Personen stehen in einem Raum und unterhalten sich vor einem Werbebanner des FH Technikum Wien.
Drei Personen stehen auf einer Konferenz vor einer Kulisse mit den Logos des FH Technikum Wien und von Erneuerbare Energie Österreich und unterhalten sich.
Ein Mann im Anzug hält auf einem Podium vor einem Banner von Erneuerbare Energie Österreich eine Rede.