Künstliche Intelligenz in der Hochschullehre: Neue Impulse während Summer School in Prag

Eine Gruppe von zwölf Erwachsenen posiert lächelnd im Freien vor einem großen Gebäude mit vielen Fenstern, während im Vordergrund ein kleiner brauner Hund auf dem Kopfsteinpflaster steht.

02. Oktober 2026

Die Weiterbildung in Prag zeigte, wie KI praxisnah in Lehre und Forschung eingesetzt werden kann. Zugleich standen ethische Fragen, Urheberrecht und die Grenzen der Automatisierung im Fokus.

Vom 12. bis 16. Juli 2026 nahm Markus Petz, Senior Lecturer/Researcher vom Kompetenzfeld Software Engineering & Architecture, an der internationalen Summer School Art-Tech for Higher Education der TAH Impact Academy in Prag teil. Die fünftägige Weiterbildung brachte Lehrende und Forschende aus verschiedenen Ländern zusammen, um sich mit aktuellen Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und deren Einsatz in Lehre und Forschung auseinanderzusetzen.

Angesichts der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz und ihrer zunehmenden Bedeutung für Hochschulen widmete sich die Summer School dem verantwortungsvollen Einsatz von KI in Lehre und Forschung. Dabei wurden vier zentrale Aspekte behandelt: die Fähigkeit, den sinnvollen Einsatz von KI zu beurteilen und die Grenzen der Automatisierung zu erkennen, die praktische Anwendung anhand konkreter Herausforderungen aus der eigenen Lehr- und Forschungstätigkeit sowie die Bewahrung von eigenständigen Denk- und Erkenntnisprozessen trotz zunehmender Unterstützung durch KI. Ergänzend wurde die Bedeutung menschlicher Wahrnehmung, körperlicher Erfahrung und persönlicher Präsenz im zunehmend digitalisierten Hochschulalltag thematisiert.

Einblicke in aktuelle KI-Anwendungen

Das Programm der Summer School umfasste unter anderem fortgeschrittene Anwendungen großer Large Language Models, den Einsatz von KI-Agenten und automatisierten Workflows sowie die Erstellung KI-generierter Audio-, Bild- und Videoinhalte. Ein weiterer Schwerpunkt war das sogenannte Vibecoding, bei dem mithilfe von KI auch Personen ohne umfassende Programmierkenntnisse digitale Anwendungen entwickeln können.

Die Teilnehmenden erhielten Gelegenheit, verschiedene Technologien praktisch zu erproben und deren Einsatzmöglichkeiten für ihre eigene berufliche Praxis zu reflektieren. Dabei wurden auch Fragen der akademischen Integrität, der ethischen Verantwortung und des Urheberrechts behandelt.

KI-Kompetenz bedeutet auch, Grenzen zu erkennen

Eine wesentliche Erkenntnis der Summer School war, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit KI weit über die technische Beherrschung einzelner Werkzeuge hinausgeht. Entscheidend ist vielmehr die Fähigkeit, fundiert darüber zu entscheiden, welche Aufgaben an KI-Systeme delegiert werden können und welche weiterhin menschliches Urteilsvermögen erfordern.

Künstliche Intelligenz kann Lehrende bei der Entwicklung von Lernmaterialien, der Gestaltung interaktiver Lernangebote und der individuellen Betreuung von Studierenden unterstützen. Gleichzeitig bleibt es wichtig, die Eigenständigkeit des wissenschaftlichen Denkens und die kritische Auseinandersetzung mit Wissen zu fördern.

Weiterführende Informationen:

Kompetenzfeld Software Engineering & Architecture – FH Technikum Wien

Fakultät Computer Science & Applied Mathematics – FH Technikum Wien

Ein blaues Rechteck mit der Flagge der Europäischen Union mit gelben Sternen in einem Kreis auf der linken Seite und dem Text 'Co-funded by the European Union' in Blau auf der rechten Seite.