Cybersecurity, Deep Tech und Schutzsysteme beim Startup-Event

29. September 2026
Forschende, Startups und Unternehmen zeigten beim Start me up Monday, wie technologische Innovationen gesellschaftliche und infrastrukturelle Herausforderungen adressieren.
Beim Start me up Monday der FH Technikum Wien standen dieses Mal Cybersecurity, Deep Technologies und moderne Schutzsysteme im Mittelpunkt. Forschende, etablierte Unternehmen, Startups und Fördergeber gaben Einblicke in aktuelle Risiken, praxistaugliche Lösungen und die nächsten Schritte in Richtung resilienter Infrastrukturen – mit viel Raum für Austausch und Vernetzung.
Der Abend begann mit der Begrüßung durch Horst Rode (Geschäftsführer der FH Technikum Wien) und Rafael Rasinger Amilivia (Leitung Innovation, Scaleups & Networks).
Forschung und Förderung
Adrian Dabrowski, Leiter des Masterstudiengangs IT-Security an der FH Technikum Wien, verortete aktuelle Bedrohungen im größeren historischen Kontext: Nach Jahrzehnten mit Angriffen wie SQL-Injections rückt heute Prompt Injection in den Fokus – eine Grenzüberschreitung zwischen Kontext und Auftrag, die zeigt, wie sich Angriffsflächen mit KI verändern. Als nächste Schicht komme die Rollenverteilung zwischen Auftraggeber, Werkzeug, Instrument und Agent ins Spiel. Das Schlagwort „Alignment Failure“ verweist darauf, wie wichtig es ist, KI-Systeme mit Zielen und Erwartungen der Auftraggeber zu synchronisieren. Dabrowski nutzte das Bild vom „Zauberlehrling“: Anders als in der Ballade werde am Ende kein Meister erscheinen, der den Spuk beendet – Security muss von Anfang an ins Systemdesign integriert werden.
Karl Schiller (Austria Wirtschaftsservice) gab einen kompakten Überblick über vielfältige Fördermöglichkeiten für Deep-Tech-Startups. Sein Fazit: Anspruchsvolle Entwicklungsprojekte in Sicherheit und Infrastruktur brauchen passende Instrumente
Sicherheitstechnik für kritische Infrastruktur
Mit PKE stellte Martin Marienschek (Leitung Unternehmenskommunikation und Personalentwicklung) einen Industrie-Player vor, der Sicherheitstechnik für hochkritische Bereiche liefert – unter anderem für Einsatzorganisationen wie Cobra, den Verfassungsschutz und die Nationalbank. PKE verbindet stabile, bewährte Produkte mit Innovationsprojekten, etwa bei der Videoüberwachung in den U‑Bahnen der Wiener Linien. Der Ansatz: robuste Systeme, die sich kontinuierlich weiterentwickeln.
Cyber-Risikoanalysen im militärischen Kontext
Sascha Kristament (Vehicle Cyber Security Manager bei Rheinmetall) zeigte, wie die in Wien von Rheinmetal gefertigten militärischen Fahrzeuge über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg gegen Cyberangriffe abgesichert werden. Auch wenn diese Systeme nicht als Cloud‑ oder vernetzte Consumergeräte konzipiert sind, existieren vielfältige Angriffsflächen – von Entwicklung und Produktion bis Betrieb. Security wird daher als Querschnittsaufgabe in jedem Entwicklungsbaustein mitgedacht.
Sicherheit aus der Luft
Michael Schiller (Schiebel Elektronische Geräte) präsentierte die Helikopterdrohnenplattform des Unternehmens, die sowohl in zivilen als auch militärischen Szenarien eingesetzt wird. Im Fokus stand die Anschlussfähigkeit für neue Sensorik und Software – auch von Startups. So werden Drohnen zu offenen Integrationsplattformen für die nächste Generation an Sicherheitsanwendungen.
Startups aus dem Security-Bereich
FOREUS (Stefan Embacher, CEO) arbeitet an der Schnittstelle aus Software und operativem Consulting: Intelligence-as-a-Service und SaaS-Lösungen unterstützen Banken, Konzerne und Behörden bei Themen wie Lieferkettensicherheit und Dual-Use-Exportkontrolle. Compliance-Abteilungen nutzen die Software direkt; in Beratungsprojekten arbeitet FOREUS mit Rechtsanwaltskanzleien zusammen.
Muse Electronics mit dem Produkt Backbone (Gerald Zach, CTO) adressiert Datenautonomie und sichere Kommunikation. Das Unternehmen entwickelte ein 10-Zoll-Tablet von Grund auf für militärische Anforderungen. Das Konzept ist „stateless“ und multi-domain-fähig: Gerät und Speicher bleiben datenleer, ein wechselbares Boot-Medium definiert Einsatzdomäne und Hardwarezugriffe. So entstehen klare Trennungen und kontrollierbare Sicherheitszonen.
Community und Netzwerk
Start Vienna stellte sich in Person von Christopher Chellakudam kurz vor und lud Studierende zur Vernetzung in der Gründerszene ein. Zudem präsentierten sich mehrere Mitglieder des Start-up-Mentor*innen-Netzwerks am Technikum: Maria Marienschek, Benedikt Salzbrunn, Evgeniia Filippova-Karlusch, Thomas Wala und Wolfgang Fidi.

v.l.n.r.: Rafael Rasinger, Karl Schiller, Evgeniia Filippova-Karlusch, Martin Marienschek, Gerald Zach, Maria Marienschek, Sascha Kristament, Adrian Dabrowski, Benedikt Salzbrunn, Michael Schiller, Horst Rode