Masterarbeit zu „Ewigkeitschemikalien“ in Nationalparks

10. Dezember 2025
Die Forschungsergebnisse eines Studenten aus Ökotoxikologie und Umweltmanagement wurden im Herbst in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht.
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), auch bekannt als „Ewigkeitschemikalien“ oder „Forever Chemicals“, finden aufgrund ihrer nützlichen Eigenschaften breite Anwendung, erregen aber wegen ihrer erheblichen Langlebigkeit in der Umwelt und ihrer Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zunehmend Aufmerksamkeit und Besorgnis. Hannes Weinbauer, Student des Masterstudiengangs Ökotoxikologie und Umweltmanagement, hat sich im Rahmen seiner Masterarbeit intensiv mit diesem Thema beschäftigt.
Daraus entstand die Publikation mit dem Titel „Impact of per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS) in wild plants, soil and water in two Austrian national parks“, die im Oktober 2025 in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht wurde.
Die Idee, sich auf PFAS zu fokussieren, entwickelte er gemeinsam mit seiner Betreuerin Romana Hornek-Gausterer, Studiengangsleiterin des Bachelorstudiengangs Nachhaltige Umwelt- und Bioprozesstechnik und Expertin auf diesem Gebiet. Hornek-Gausterer hielt im Juni 2025 beim 1. Österreichischen PFAS-Tag in Wien einen Vortrag zur Trifluoressigsäure (TFA) und moderierte die anschließende Podiumsdiskussion.
Donauauen und Seewinkel
Manchmal entstehen spannende Forschungsideen genau dort, wo Neugier und Möglichkeiten zusammentreffen. Hannes Weinbauer beschreibt “Ich wollte vor allem mehr über die Belastung von Pflanzen in Naturschutzgebieten erfahren. Das Umweltanalytik-Unternehmen ESW Wruss, für das ich tätig war, ermöglichte mir die Analyse von rund 100 Proben und die Nationalparks Donauauen und Neusiedler See-Seewinkel erklärten sich zu einer Zusammenarbeit bereit. Durch eine glückliche Fügung übernahm ESW Wruss zu dieser Zeit die PFAS-Analytik für den Altstandort einer Feuerwehrschule.
So konnte eine Gegenüberstellung der PFAS-Hintergrundbelastung in Nationalparks und einem stark kontaminierten Ort möglich gemacht werden. Das Konzept der Probenahme konnte ich selbst ausarbeiten und bekam kompetente Unterstützung durch meine Betreuung, wo immer diese nötig war. Die rund 100 Proben wurden jeweils auf 20 Substanzen untersucht – mit Ergebnissen, die für Österreich ein Alleinstellungsmerkmal darstellen“.
PFAS nachweisbar
Die Studie zeigt, dass PFAS an allen untersuchten Standorten in den Nationalparks Donauauen und Neusiedlersee nachweisbar sind, wobei in Wasser vor allem PFHxA und in Pflanzen besonders PFBA und PFOS dominieren; auch PFAS-Vorläufer sowie eine deutliche Boden-Pflanzen-Übertragung wurden festgestellt. Als mögliche Eintragsquellen gelten Abfallverbrennungsanlagen, Kläranlagen und atmosphärischer Ferntransport. Trotz aktuell nicht akuter Risiken für Mensch und Umwelt weist die Belastung auf ein relevantes Akkumulationspotenzial in der Nahrungskette hin, weshalb weiteres Monitoring erforderlich ist.


