Quantum Explorer: FH Technikum Wien bringt Quanten ins Klassenzimmer

Zwei Personen arbeiten an einem Tisch an einem wissenschaftlichen Experiment mit einer Batterie, LEDs, Kabeln und durchsichtigen Kunststoffteilen. Eine Person justiert ein Teil, während die andere ihr dabei hilft. Auf dem Tisch liegen außerdem Stifte und Werkzeuge.

02. Oktober 2026

Eine modulare Box bringt Quantenexperimente direkt ins Klassenzimmer. Das Projekt Quantum Engineering verbindet dabei Praxis, Didaktik und sichere Aufbauten.

Österreich ist ein Hotspot der Quantenforschung – sichtbar nicht zuletzt durch den Nobelpreis für Anton Zeilinger – und zunehmend auch der Quantenindustrie. Mit dem von der FFG geförderten Projekt Quantum Explorer machen die Departments Computer Science & Applied Mathematics und Life Science Engineering der FH Technikum Wien den nächsten Schritt: Von der Grundlagenforschung in die Schule, von der Laboroptik zum Unterrichtspaket.

„„Wir wollen zeigen, dass moderne Physik nicht nur aus Formeln besteht, sondern auch greifbar ist. Ich war nie der große Mathematiker, aber Experimente zum Laufen bringen – das konnte ich immer. Genau dieses Hands‑on‑Gefühl will ich weitergeben.““

Gabriel Giardina

Medizinphysiker im Department Life-Science Engineering und Workshopleiter

Box auf, Licht an

Die Basis bilden die etablierten Photonics‑Explorer‑Boxen, die auf günstigen und robusten Optikbauteilen basieren und bereits an Schulen im Einsatz sind. Darauf aufbauend entwickelte die FHTW gemeinsam mit dem Partner Photonics Austria eine erweiterte Quantum‑Explorer‑Box mit zusätzlichen Komponenten wie Lasern, Wellenplatten und Strahlteilern, damit sich zentrale Konzepte der Quanteninformation im Klassenzimmer zeigen lassen – von Superposition und Interferenz bis hin zu sicheren Kommunikationsprotokollen.


Aus der Quantum Explorer Box soll ein kommerziell erhältliches Produkt werden, geplant ist, dass die Boxensets im Frühjahr 2027 käuflich erhältlich sein werden.

Ein roter Laserstrahl durchläuft Acryllinsen auf einem Tisch, die von einer Duracell-9-V-Batterie gespeist werden, und projiziert einen roten Punkt auf eine weiße Leinwand; auf dem Metallblech sind Markierungen und Reflexionen zu erkennen.

Teach the teachers

Das Projekt setzt stark auf die Fortbildung von Lehrkräften. In zwei kompakten Trainingssessions haben Lehrer*innen aus den Partnerschulen gelernt, die Aufbauten sicher zu betreiben, Experimente didaktisch zu rahmen und sie in den Unterricht zu integrieren.

Workshops für alle Schulstufen

Die Workshops selbst sind für alle Schulstufen ausgelegt. In der Volksschule GEPS 20 in der Vorgartenstraße wurden Licht, Wellenmuster und Zufall spielerisch erfahrbar gemacht.

Im GRG 7 in der Kandlgasse rückten Polarisation als Qubit, Interferometer und ein „Quantum Eraser“ in den Vordergrund, wobei letzterer demonstriert, wie Messinformation Interferenz beeinflusst. Von den Teilnehmer*innen – 30 bis 45 Schüler*innen pro Schule – welche auf mehrere Stationen verteilt waren, kam viel positives Feedback.

Für die Hertha Firnberg Schulen stand das BB84‑Protokoll im Vordergrund: Damit konnten die Schüler*innen ein paar Qubits mit dem Laser austauschen.

Der letzte Workshop fand beim GirlsTech Summer Camp am 06.07.2026 statt und machte auch einige zukünftige Interessentinnen für das neue FHTW Masterprogramm Quantum Engineering neugierig.

„„Der Quantum Explorer verfolgt das Ziel, experimentelle Quantenphysik aus dem Speziallabor ins Klassenzimmer zu bringen – durch eine kostengünstige, modulare und wissenschaftlich motivierte Experimentierplattform.““

Albert Huber

Projektleiter „Quantum Explorer“ und Senior Lecturer im Department Computer Science and Applied Mathematics

Ziel des Quantum‑Explorer‑Projekts ist ein inklusiver Zugang zu moderner Physik. Materialien und Beispiele wurden diversitätsgerecht entwickelt, damit Neugier und MINT‑Interesse unabhängig von Geschlecht und Bildungshintergrund wachsen können. So wird aus einer dünnen roten Linie am Tisch ein Unterricht, der berührt, begeistert und die Brücke zur Technologie der Zukunft schlägt.

Das gesamte Projekt wird schließlich beim ConTEL‑Symposium im September von Albert Huber, dem Projektleiter, präsentiert.

Weiterführende Informationen:

Photinics Austria

Projektseite Quantum Explorer

Master-Studiengang Quantum Engineering

Department Life Science Engineering

Department Computer Science and Applied Mathematics

Rote abstrakte Form neben den fetten schwarzen Buchstaben „FFG“ und dem kleineren Text „Forschung wirkt.“ auf hellem Hintergrund.

Bilder Galerie:

Ein Mann steht und spricht zu einer Gruppe von Menschen, die in einem Klassenzimmer an Schreibtischen sitzen. Auf den Tischen liegen Laptops, Papiere und Taschen. Der Raum hat einen roten Boden, weiße Wände und im Hintergrund eine Whiteboard-Tafel.
Ein Mann steht und spricht zu einer Gruppe von Menschen, die an Tischen in einem Klassenzimmer oder Besprechungsraum sitzen. Auf den Tischen liegen Papiere, Getränke und Taschen, und im Hintergrund ist eine Whiteboard-Tafel zu sehen.
Zwei Personen führen ein wissenschaftliches Experiment auf einem Tisch durch, bei dem sie LED-Leuchten, durchsichtige Kunststoffteile, eine Metallplatte, Kabel, eine 9-V-Batterie sowie verschiedene kleine Werkzeuge und Marker verwenden.
Vier Personen sitzen in einem Klassenzimmer um einen Holztisch herum und arbeiten konzentriert an einem Elektronikprojekt mit rot leuchtenden Lämpchen, während daneben ein Laptop steht.
Ein roter Laserstrahl aus einer Batterie durchläuft Acrylprismen und wird auf eine weiße Leinwand reflektiert, die auf einem Holztisch mit Markierungen und verstreuten Prismenhaltern steht.
Ein wissenschaftliches Experiment auf einem Tisch mit einer Batterie, einer LED-Leuchte, Spiegeln und Glaselementen, die rotes Licht reflektieren, sowie mathematischen Symbolen auf einer Metallplatte. Ein grüner Stift liegt daneben auf der Holzoberfläche.