Wenn Studierende die Zukunft der Rehatechnik live erleben: Fakultätsreise zur OT World 2026

Bei einer Veranstaltung in einem Saal steht eine Gruppe von Menschen vor einem großen, beleuchteten #OTWORLD-Schild vor einem dunklen Hintergrund.

01. Juli 2026

Die Studiengänge Biomedical Engineering und Gesundheits- und Rehabilitationstechnik sowie das Forschungsprojekt BERTL waren beim Branchentreff vertreten und trafen auf viele bekannte Gesichter.

Manche Erfahrungen lassen sich nicht im Hörsaal vermitteln – eine davon: das Gefühl, mitten in einer Branche zu stehen, in der die eigene Karriere stattfinden wird. Genau diese Erfahrung haben unsere Studierenden aus dem Bachelor Biomedical Engineering und dem Master Gesundheits- & Rehabilitationstechnik mit nach Leipzig zur OT World 2026 genommen – der internationalen Leitmesse für Orthopädie- und Rehatechnik. Und um es vorwegzunehmen: Langeweile? Fehlanzeige. Die Branche hat noch viel vor.

Innovationen, die Maßstäbe setzen

Was es zu sehen gab, waren neue Technologien, mutige Ansätze, Produkte, die man sehen muss um es zu glauben. Eine bionische Hand, erstmals in einer Passform speziell für Frauen und Jugendliche designed. Ein 3D-gedruckter Silikonliner, der eine ganze Versorgungskategorie neu definiert. Mikroprozessorgesteuerte Beinorthesen, die nicht mehr wochenlang gefertigt, sondern in Stunden direkt im Krankenhaus angepasst werden. Dazu humanoide Roboter im Pflegeumfeld, KI-gestützte Therapieansätze, augengesteuerte Rollstuhlsysteme und Open-Source-Prothesen aus dem 3D-Drucker. Und hinter all dem: Menschen, die mit echter Leidenschaft an Details feilen, große Ideen weiterspinnen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten jeden Tag ein Stück besser machen wollen.

Studierende mitten im Geschehen

Für unsere Studierenden war die Reise weit mehr als ein Messebesuch. Sie haben fachliche Kontakte zu internationalen Unternehmen aufgebaut, mit Expert*innen gesprochen, Themen für Bachelor- und Masterarbeiten identifiziert und Praktikumsplätze in Aussicht gestellt bekommen. Das, was im Hörsaal als theoretische Grundlage gelegt wird, wurde hier greifbar: Prothetik, Biomechanik, additive Fertigung, KI im Gesundheitswesen – alles vereint an einem Ort. Besonders schön: An vielen Messeständen ist das FHTW-Team auf Absolvent*innen getroffen, die in der Branche längst etabliert sind und ihre Karrierewege im Bereich Orthopädie- und Rehatechnik konsequent weiterverfolgen. Ein lebendiger Beweis dafür, wohin die Reise nach dem Studium gehen kann. „Genau dafür ist man dabei”, lautet das Fazit aus der Runde.

Lehre, die mitwächst – Praxis trifft Lehrplan

Die OT World 2026 feierte ihr 50-jähriges Jubiläum mit 623 Ausstellern aus 41 Ländern und einem parallelen Weltkongress mit über 300 Vortragenden – eine Bühne für globale Innovation. Dass die FH Technikum Wien mit einer Delegation aus Bachelor und Master mittendrin war, ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines bewussten Lehransatzes: die enge Verzahnung von Wissenschaft, Praxis und Industrie. Was in Leipzig gesehen wurde, fließt direkt zurück in die Lehre – sei es als aktuelles Fallbeispiel, als Thema für eine Abschlussarbeit oder als Ausgangspunkt für neue Industriekooperationen. So bleiben Curriculum und Branchenrealität eng verzahnt, und Studierende profitieren nicht nur von einer technisch fundierten Ausbildung, sondern auch von einem aktiven Netzwerk in eine Branche, die sich rasant entwickelt – smarter, individueller, menschlicher. Und 2028 sind wir mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder dabei.

Eigenes Forschungsprojekt mit dabei

Die FH Technikum Wien war nicht nur als Besucherin in Leipzig, sondern auch aktiv mit eigenem Forschungsbeitrag vertreten: Das Projekt BERTL (Barrierfree Design for Teaching and Learning) wurde im Rahmen einer Posterpräsentation vorgestellt. BERTL widmet sich der Frage, wie Lehre und Lernumgebungen über das gesetzliche Mindestmaß hinaus barrierefrei gestaltet werden können – ein Thema, das sich nahtlos in die Ausrichtung der OT World einfügt. Gefördert von der Stadt Wien (MA23), entwickelt das Projekt unter anderem ein Simulation Lab und eine Toolbox, mit denen Lehrende Barrieren in ihren Lehrveranstaltungen sichtbar machen und gezielt abbauen können. Der Austausch mit der internationalen Fachcommunity vor Ort hat wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des Projekts geliefert.

Eine Armprothese mit der Bezeichnung „Myosmart Cuff | ConnectGrip | Michelangelo Hand“ ist auf einem Ständer ausgestellt, sodass ihre inneren Mechanismen sichtbar sind, während Menschen sie betrachten und darauf zeigen.
Eine Gruppe von Menschen im Rollstuhl spielt in einer Halle auf einem Basketballfeld mit einem Korb; einige halten Basketbälle in den Händen, während andere zuschauen oder mitspielen, und im Hintergrund sind große Veranstaltungsschilder zu sehen.

Grafische Zusammenfassung des Studiengangsleiter

Studiengangsleiter Johannes Martinek hat den Besuch auf der OT World in einer, wie er mit Augenzwinkern sagt: “vielleicht ganz leicht übertriebenen” Infografik zusammengefasst:

Eine farbenfrohe Infografik fasst eine Woche auf der OTWorld Leipzig zusammen: 4 Veranstaltungstage, 87 getroffene Studierende, 38 besuchte Vorträge, 53 besuchte Unternehmenspartner, 43.279 zurückgelegte Schritte, 2 getrunkene Bier – begleitet von positiven Eindrücken und Skizzen von Menschen und Sehenswürdigkeiten.

Weiterführende Information

Logo der Stadt Wien mit einem rot-weißen Schild, begleitet von dem Text Gefördert von Stadt Wien Wirtschaft, Arbeit und Statistik in deutscher Sprache.
Logo mit drei abstrakten menschlichen Figuren in den Farben Blaugrün, Gelb und Magenta, die einen Kreis bilden. Rechts ist der Text „BERTL“ zu lesen, ergänzt durch den Slogan „Barrierefreies Design für Lehren und Lernen“.