Startup-Ökosystem der FH Technikum Wien im Fokus

Eine große Gruppe von Menschen sitzt in Reihen mit Blick auf die Kamera in einem modernen Klassenzimmer oder Konferenzraum. Ein Mann im Vordergrund winkt, und die meisten Teilnehmer lächeln, was eine fröhliche, lebhafte Atmosphäre schafft.

13. Januar 2026

Scale-ups, On-site-Startups und Mentor*innen zeigten beim Start me up Monday die unternehmerische Stärke der Hochschule.

Beim Start me up Monday am 12. Jänner 2026 stand ausnahmsweise kein Trend- oder Fachthema im Fokus , sondern das Startup-Ecosystem der FH Technikum Wien selbst. Nach neun Jahren kontinuierlicher Startup-Aktivitäten – initiiert von Thomas Faast und seit mehreren Jahren von Rafael Rasinger weiterentwickelt – bot die Montagsveranstaltung einen Überblick über die unternehmerische Breite der Hochschule: von Alumni-Scale-ups über On-site-Startups und ein Spin-off-Projekt bis hin zu Mentor*innen und Partnern aus dem Umfeld.

Unternehmertum als gelebte Tradition

Zum Auftakt begrüßte Horst Rode, seit Dezember Co-Geschäftsführer der FH Technikum Wien, die zahlreich erschienenen Gäste. Er zeigte sich beeindruckt vom großen Interesse und von der Dichte an Gründungsaktivitäten an der Hochschule.  Die langjährige Tradition an Startup-Erfolgen, so Rode, untermauert den Anspruch, Gründer*innen aktiv beim Aufbau ihrer Unternehmen zu unterstützen.

Rafael Rasinger, verantwortlich für Innovations- und Scale-up-Aktivitäten, erläuterte den besonderen Fokus des Abends: Statt eines thematischen Schwerpunkts wie Künstliche Intelligenz oder Umwelttechnologie gehe es diesmal um das eigene Netzwerk und das Entrepreneurship-und-Technology-Programm der FH Technikum Wien. Dieses biete Studierenden und Alumni unter anderem Coaching, Mentoring, Zugang zu Expert*innen, Office- und Lab-Space, eigene Events sowie Pitch-Möglichkeiten bei Corporate-Partnern.

Alumni-Scale-ups: Wachstum aus dem Technikum heraus

Johannes Ferner, CEO von Fiskaly, schilderte den Weg vom Studium der Wirtschaftsinformatik zum international tätigen B2B-Unternehmen. Fiskaly ermöglicht rechtssichere Kassensysteme in mehreren Ländern und verarbeitet an Spitzentagen mehr als 3.000 Transaktionen pro Sekunde. Heute beschäftigt das Unternehmen über 130 Mitarbeitende. Ferner betonte: „Die ersten Jahre nach dem Studium sind die beste Zeit zu gründen – man hat am wenigsten zu verlieren.“

Alexander Manafi, CEO von ToolSense, blickte auf die Anfänge als erstes On-site-Startup an der FH Technikum Wien zurück. Ausgehend von einer Idee zur Diebstahlsicherung für Elektrowerkzeuge entwickelte sich ToolSense durch konsequenten Kundenkontakt zu einer softwarebasierten Lösung für Wartungsmanagement. Heute betreut das Unternehmen rund 200 Kunden in 20 Ländern und beschäftigt etwa 50 Mitarbeitende. Seine Erkenntnis: nicht auf die Technologie, sondern auf reale Kundenbedürfnisse  hören.

Storytelling statt Buzzwords

Mit Egon Friebus kam die Perspektive eines Investors auf die Bühne. Der Business Angel, der selbst gegründet und einen Exit realisiert hat, investierte bereits in über 30 Startups. Er wies darauf hin, dass neun von zehn Pitches scheitern, weil sie austauschbar bleiben. „Ein erfolgreicher Pitch beginnt mit einer Beobachtung – nicht mit einer Lösung“, so Friebus. Gründer*innen würden ihre Präsentationen oft mit Folien, Zahlen und Buzzwords überladen, statt Klarheit und Bedeutung zu schaffen.

Startups und Spin-off am Campus

Carina Hromada stellte das Forschungs- und Spin-off-Projekt ArtNerve vor. Ziel ist ein neuartiger Behandlungsansatz für periphere Nervenverletzungen durch im Labor gezüchtete Nerventransplantate auf Basis humaner Zellen. Das Projekt prüft aktuell die Patentierung und ist Teil des FFG Spin-off Fellowship Programms.

Simona Hübel präsentierte nejo Jobs, ein KI-basierter Career Agent, der den Arbeitsmarkt umfassender abbilden soll als klassische Jobplattformen. Jobprofile würden nicht auf Keywords reduziert, sondern ganzheitlich betrachtet. Für 2026 ist eine Weiterentwicklung geplant, die weit über reine Jobsuche hinausgeht.

Simon Schmiderer, Absolvent des Masterstudiums Sports Technology, zeigte mit zone14, wie datenbasierte Spielanalyse aus dem Profifußball in den Amateurbereich gebracht wird. Mithilfe von Computer Vision werden Spieler automatisch erkannt, Kameraführung ersetzt und Spielstatistiken generiert. Zone14 arbeitet bereits mit rund 150 Vereinen zusammen – von Bundesligaclubs bis in den Amateurfußball.

Weitere Startups aus dem Umfeld

Michael Raml stellte Constrct vor, eine digitale Lieferkette für die Bauwirtschaft. Ziel ist es, ineffiziente und fragmentierte Prozesse im Bauwesen zu standardisieren. Das Gründerteam mit Bezug zur FH Technikum Wien und zur WU Wien konnte bereits Investoren aus der Bauwirtschaft und dem Venture-Capital-Umfeld gewinnen.

Mit BMap war auch ein Startup aus dem Umfeld vertreten: Die Plattform vernetzt die österreichische Musikszene und ermöglicht die Suche und Buch

ung von Proberäumen. Der Launch ist für 2026 geplant, entwickelt in Kooperation mit dem Startup-Center der FH Wiener Neustadt.

Mentor*innen als Rückgrat

Abgerundet wurde der Abend durch die Vorstellung der Mentor*innen aus dem Netzwerk der FH Technikum Wien: sechs von derzeit zehn waren anwesend:  Vizerektor Stefan Sauermann, der ehemalige Finanzchef Gerhard Brandstätter, Thomas Wala, Kompetenzfeldleiter Wirtschaft, Recht & wissenschaftliches Arbeiten, Elastomer-Spezialist Wolfgang Fidi, Material-Science-Experte Albert Benoni, Kompetenzfeldleiter Material Science & Mechanical Systems, sowie Software-Engineering-Studiengangsleiter Robert Pucher. Mit diesen erfahren Köpfen und Koordinator Rafael Rasinger stehen allen gründungsinteressierten Studierenden und Alumni Ansprechpartner und die Verbindung zu einem beachtlichen Netzwerk zur Verfügung.

Weiterführende Links

Ein Klassenzimmer mit sitzenden Teilnehmern, die auf einen Bildschirm an der Stirnseite blicken, wo zwei Referenten stehen und einen Vortrag mit dem Titel Startup M&As Unpacked halten. Der Raum ist hell erleuchtet und modern eingerichtet.
Eine Gruppe von neun Personen steht lächelnd vor einem farbenfrohen Wandbild mit städtischen Gebäuden und dem Text 'CHANGE OUR TOMORROW' im Technikum Wien.