Rückblick Lunch und Lehre: “Generative KI und Prüfungen, der Beginn einer neuen AIra?

Die von der Arbeitsgruppe Generative KI und dem Teaching & Learning Center organisierte Ausgabe von „Lunch & Lehre“ am 29. Juni 2026 stand unter dem Schwerpunkt digitale Prüfungen vor dem Hintergrund generativer KI. Das Ziel der Veranstaltung war es, das Wissen um die technischen und rechtlichen Möglichkeiten zu schärfen und neue, innovative Prüfungsformate gemeinsam anzudenken. Nach den Begrüßungsworten durch Florian Eckrammer folgten vier kurze Beiträge zur Prüfungspraxis, zu rechtlichen und prüfungsorganisatorischen Fragen sowie zu Ansätzen zur Förderung des sinnvollen studentischen Umgangs mit LLM im Lernprozess.

AI Glasses

Gleich im ersten Beitrag „AI Glassess“ beschrieb Mark Adams den Funktionsumfang aktueller Brillenmodele und berichtete, wie der Einsatz solcher Geräte Englischprüfungen beeinflussen können. Gleichzeitig wurden auch die rechtlichen und praktischen Grenzen eines allgemeinen Verbots thematisiert. In der Lunch- bzw. Diskussionsphase konnte die mitgebrachte Brille live getestet werden.

Mark-Adams-FHTW
Mark Adams, BA, MA

Kompetenzfeldleiter
Social Skills & Communication

+43 1 333 40 77 – 5178mark.adams@technikum-wien.at

Grenzen und Möglichkeiten der Prüfungsordnung

Elisabeth Froschauer-Neuhauser behandelte in ihrem Beitrag „Grenzen und Möglichkeiten der Prüfungsordnung“ den rechtlichen und organisatorischen Rahmen für die Regelung von KI-Nutzung in Lern- und Prüfungssettings. Prüfungsordnungen können unerlaubte Hilfsmittel nur generell adressieren, nicht jedoch jeden Einzelfall oder konkrete Modelle bis ins Detail. Es wird auch ein Perspektivwechsel notwendig werden: Statt ausschließlich zu fragen „Wie verhindern wir KI?“ wird in der Lehre Fokus auch zunehmend daraufgelegt werden, die angestrebten Lernergebnisse auch unter Nutzung von KI zuverlässig zu erreichen.

Elisabeth Froschhauer-Neuhauser
Dr. Elisabeth Froschauer-Neuhauser

Leitung Quality Assurance & Institutional Research

+43664 820 55 89elisabeth.froschauer-neuhauser@technikum-wien.at

Good Practice AMaP

Ein Beispiel für diesen Paradigmenwechsel liefert Franz Embacher (AMAP). Das sechseitige Dokument „Mathematiklernen und KI: Eine Gebrauchsanweisung“ liefert eine Handreichung für den sinnvollen Einsatz von LLMs beim Mathematiklernen. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem KI-News-Beitrag.

Infolge dieses Dokumentes wurde im Kompetenzfeld Physik des Departments der Frage nachgegangen, wie wieweit diese Handreichung auf die Physik-Lehrveranstaltungen übertragen werden können. Die Umfrageergebnisse zum Physiklernen mit KI zeigen, dass etwa 70 % der befragten Studierenden KI‑Tools für allgemeine Verständnisfragen nutzen. KI dient vor allem als unterstützendes Werkzeug für Dokumentation, Verständnis und Fehlersuche, denn viele Studierende nehmen KI eher als Assistent oder Tutor wahr. Unter den Studierenden besteht gleichzeitig ein großes Interesse an KI‑Leitfäden und Workshops. Zudem wünschen etwa ein Drittel klare Richtlinien und die explizite Integration von KI in die Lehre.

Download der Präsentation als PDF

Ein Mann mittleren Alters mit kurzen dunklen Haaren und Brille, der ein weißes Hemd mit dunklen Akzenten trägt, lächelt in die Kamera vor einem schlichten weißen Hintergrund.
Doz. Dr. Franz Embacher

Senior Lecturer/Researcher

+43 1 333 40 77 - 6279franz.embacher@technikum-wien.at

Fazit und Ausklang

Die Veranstaltung sensibilisierte für die organisatorischen, rechtlichen und didaktischen Herausforderungen in der Lehre in Zusammenhang mit GenAI. Diese erfordern eine laufende Anpassung der Prüfungen und erfordert geänderte Formate der Unterstützung von Studierenden. Mögliche Maßnahmen und nächste Schritte wurden beim anschließenden Buffet diskutiert und vertieft.


Rückfragen an ag-generative-ki@technikum-wien.at bzw. teachingsupport@technikum-wien.at