MA23, Call 41: Forschung an den Wiener Fachhochschulen (inkl. Infrastruktur)
(MA23 – Projekt 41-25, EnerFlexLab)
Österreich strebt bis 2040 Klimaneutralität und eine 100% erneuerbare Energieversorgung an. Dafür sind im Gebäudesektor erhebliche Energieeinsparungen und mehr Energieflexibilität erforderlich, um fluktuierende erneuerbare Erzeugung (z. B. Sonne und Wind) effizient zu nutzen und Netze zu entlasten.
Gebäude bieten dafür durch ihre Speichermassen besonders große Potenziale, die jedoch systematisch erschlossen und getestet werden müssen. Parallel dazu entsteht ein hoher Qualifizierungsbedarf: Bis 2040 sind jährlich zehntausende Sanierungen und breite Implementierungen erneuerbarer Technologien nötig, was spezialisierte Fachkräfte erfordert – inklusive Kompetenzen zur energieflexiblen Regelung sowie zur Nutzer:innenintegration, da Akzeptanz und Komfort maßgeblich über den Erfolg entscheiden.
Das EnerFlexLab setzt hier an und verbindet technische und sozialwissenschaftliche Perspektiven in einer praxisnahen Laborumgebung, die Lehre, Forschung und Anwendung zusammenführt.
- Energieflexible Gebäudetechnik im Realmaßstab:
- Versorgung mit Wärmepumpe, variablen Wärmeabgabesystemen (Radiatoren, Fancoils, Flächenheizung), mechanischer Lüftung mit Wärmerückgewinnung sowie IoT-fähiger Sensorik und Aktorik zur Komfort- und Effizienzerfassung.
- Einbindung erneuerbarer Erzeuger wie Photovoltaik und Kleinwind für demand-response-fähige Regelstrategien; Messkonzepte mit Referenz- und Nutzungsraum zur Validierung und Nutzer:innenmessung.
- Digitaler Zwilling:
- Virtuelle Erprobung von Regelstrategien, Validierung theoretischer Modelle und didaktische Integration in Lehrveranstaltungen. Regelstrategien werden im digitalen Zwilling abgebildet und im realen Labormaßstab verifiziert.
- Interdisziplinäre Lehre und Forschung:
- Integration in Studiengänge der FHTW und Verknüpfung von Technik, Ökonomie und Sozialwissenschaften; Studierende entwickeln und testen Regelstrategien und bewerten Komfort und Akzeptanz. Das Labor dient zugleich als Plattform zur Entwicklung und Bewertung netzdienlicher Regellogiken für Forschung und industrielle Anwendungen.
Das EnerFlexLab etabliert eine praxisnahe, modulare Mess- und Regelinfrastruktur, die die gesamte Nutzungskette von Erzeugung über Speicherung bis zur Abgabe abbildet und ab 2029 schrittweise in Lehre und Forschung integriert wird. Die Infrastruktur ist auf mindestens zehn Jahre Nutzungsdauer ausgelegt und flexibel anpassbar. Flankierend werden ein digitaler Zwilling und ein strukturiertes Wissensmanagement aufgebaut, interdisziplinäre Kooperationen mit Hochschulen und Industrie gestärkt und die Kopplung mit bestehenden Infrastrukturen (z. B. Hybrid Energy Lab) umgesetzt, um nachhaltigen Wissenstransfer und systemübergreifende Netzdienlichkeitsversuche zu ermöglichen.
Team und Besetzung:
Projektleiter:
David Sengl
Mitarbeiter*in:
Valerii Aftaniuk
Ines Mlinaric
Manfred Schindler
Ziele für nachhaltige Entwicklung der UNO
7,11,13


Kompetenzfeldleiter
Climate-fit Buildings and Districts
Lecturer/Researcher