Exkursion zu Biomasse- und Photovoltaik-Anlagen in Krems und Grafenwörth

20. Februar 2026
Studierende lernten vor Ort die technische Umsetzung und Systemintegration von Biomasse- und Floating-Photovoltaikanlagen im österreichischen Energiesystem kennen.
Im Rahmen der Lehrveranstaltung CIREL – Campus International Renewable Energy Laboratory – besuchten Studierende der FH Technikum Wien Mitte Jänner 2026 das Biomassekraftwerk Krems sowie die Floating-Photovoltaikanlage in Grafenwörth. Begleitet wurden sie dabei von Momir Tabakovic (Kompetenzfeldleiter Renewable Energy Technologies) und Daniel Österreicher (Lecturer & Researcher). Ziel der Exkursion war es, aktuelle Technologien der erneuerbaren Energieversorgung im Realbetrieb kennenzulernen und deren technische wie systemische Zusammenhänge zu analysieren.
Energie aus Biomasse: Regionale Ressourcen effizient nutzen
Die erste Station führte die Gruppe in das von der EVN betriebene Biomassekraftwerk Krems. Die Anlage erzeugt auf Basis biogener Brennstoffe gleichzeitig Strom und Wärme im Sinne der Kraft-Wärme-Kopplung. Dieses Verfahren ermöglicht eine besonders effiziente Nutzung der eingesetzten Energie, da die bei der Stromproduktion entstehende Abwärme für Fernwärmezwecke verwendet wird.
Vor Ort erhielten die Studierenden Einblicke in die gesamte Prozesskette – von der Anlieferung und Lagerung der Brennstoffe über die Verbrennungstechnik bis hin zur Netzeinspeisung. Diskutiert wurden unter anderem Wirkungsgrade, Emissionsaspekte sowie die Rolle von Biomasse im Kontext regionaler Wertschöpfung und Versorgungssicherheit.
Photovoltaik auf dem Wasser: Innovative Flächennutzung
Im Anschluss stand die Floating-Photovoltaik-Anlage in Grafenwörth auf dem Programm. Die Anlage ist auf einem künstlich entstandenen Gewässer installiert und zählt zu den größten schwimmenden Photovoltaiksystemen Österreichs. Durch die Nutzung bestehender Wasserflächen wird zusätzlicher Flächenverbrauch vermieden – ein zentraler Faktor im Spannungsfeld zwischen Energieausbau und Raumplanung.
Die Studierenden setzten sich mit technischen Besonderheiten dieser Bauform auseinander, darunter Verankerungssysteme, Materialanforderungen sowie potenzielle Effekte durch die natürliche Kühlung der Module. Auch Fragen der Netzintegration, Wartung und langfristigen Betriebssicherheit wurden vor Ort mit Fachleuten erörtert.
Austausch mit Expert*innen
Die Exkursion verdeutlichte, wie unterschiedliche erneuerbare Technologien in das Energiesystem integriert werden und welche technischen, ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen dabei zu berücksichtigen sind. Der direkte Austausch mit Expert*innen aus der Praxis ermöglichte es den Studierenden, theoretische Inhalte aus der Lehrveranstaltung kritisch zu reflektieren und mit realen Betriebsdaten in Beziehung zu setzen.
Mit Formaten wie diesen stärkt die FH Technikum Wien die praxisorientierte Ausbildung im Bereich nachhaltiger Energiesysteme und fördert das Verständnis für die komplexen Herausforderungen der Energiewende.
Die Exkursion wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung Renewable Energy Laboratory mit Erasmus Studierenden aus folgenden Studiengängen veranstaltet: Master Medical Engineering & eHealth, Bachelor Biomedical Engineering, Bachelor Erneuerbare Energien, Bachelor Informatik und Bachelor Internationales Wirtschaftsingenieurwesen.
Weiterführende Informationen:
Studierende erleben erneuerbare Energien: Von Biomasse in Krems zur Floating-PV in Grafenwörth (Juli 2025)
Master-Studiengang Renewable Energy Engineering
Fakultät Industrial Engineering
Campus International
EVN – Biomasseheizkraftwerk Krems
EVN – Größte schwimmende PV-Anlage Mitteleuropas in Grafenwörth

